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Intel plant 7-Watt-Doppelkerne für Tablets und Ultrabooks

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Mobilprozessoren der Ivy-Bridge-Generation.

Während der Tablet-Spezialprozessor Atom Z2760 inklusive seinen Chipsatzfunktionen mit weniger als 2 Watt TDP auskommt, schlucken "richtige" x86-Mobilprozessoren für ultraflache Notebooks und Tablets bis zu 17 Watt: Das ist die typische Spezifikation der Ultrabook-Chips von Intel und der AMD-Konkurrenten der Trinity-Generation. In diesem Bereich liegen auch die Netbook-Chips von AMD, also E-450 und E2-1800.

Für noch flachere und leichtere Ultrabooks, aber vor allem für Tablets hatte Intel auf dem IDF im September bereits 10-Watt-Versionen der ab etwa Mitte 2013 erwarteten Haswell-Prozessorgeneration versprochen. Einige Journalisten berichteten schon damals, dass aber Anfang 2013 auch sparsamere Ivy-Bridge-Mobilprozessoren erscheinen sollten. Zu diesen Chip-Versionen sind nun neue Informationen bei VR-Zone aus Singabpur aufgetaucht.

Demnach hat Intel Notebook-Hersteller über die fünf "Y"-Prozessoren Pentium 2129Y (1,1 GHz), Core i3-3229Y (1,4 GHz) sowie die 1,5-GHz-Typen Core i3-3339Y, Core i5-3439Y und Core i7-3689Y informiert. Der Pentium mit "HD Graphics" hat eine TDP von 10 Watt, die anderen sind mit 13 Watt spezifiziert. Sie besitzen aber die Funktion Configurable TDP (cTDP) und lassen sich auf 10 Watt beschränken. Eine bisher unbekannte Funktion namens Scenario Design Power (SDP) soll bei ausreichender Kühlung sogar eine Leistungsaufnahme von lediglich 7 Watt ermöglichen.

Core i3-3217U und Chipsatz QS77 auf dem Mainboard D33217GKE.

(Bild: Intel)

Fraglich ist allerdings, welche Rechenleistung die in ihrer Wärmeabgabe beschnittenen Prozessoren in der Praxis liefern. Je nach Kühlung und Stromversorgung liefern Mobilprozessoren in vielen Notebooks und Ultrabooks ihre maximale Rechenleistung und 3D-Beschleunigung ohnehin nicht kontinuierlich. Im Akkubetrieb ist das verschmerzbar: Dauer-Volllast würde den Energiespeicher rasch leeren. Kaum jemand würde beispielsweise eine mehrstündige Video-Trancodierung im Akkubetrieb durchführen. Doch selbst am Netzteil erlauben viele Ultrabooks nur die intervallweise Nutzung der vollen Rechenleistung. Schon nach wenigen Minuten drosseln die Prozessoren oft ihre Taktfrequenz. Das entspricht zwar der typischen Nutzungsweise von Mobilrechnern, schränkt aber die Vorzüge besonders teurer und theoretisch schneller Prozessoren ein. Sie bieten dann vor allem Vorteile durch höhere Turbo-Taktraten, mehr Threads und größere Caches, die auch bei kurzzeitiger Last greifen.

Für lange Akkulaufzeiten ist die TDP einer CPU nicht das wichtigste Kriterium, denn Volllast tritt typischerweise nur kurzzeitig auf. Viel wichtiger ist eine möglichst niedrige Leistungsaufnahme im Leerlauf. Die soll dank S0ix-Modus erst in der Haswell-Generation um den Faktor 20 sinken. Eine niedrige TDP ermöglich aber kompaktere Kühlsysteme und möglicherweise sogar den Verzicht auf Lüfter. (ciw)