CES

Intel präsentiert Referenz-Smartphone mit ARM-Emulation

Lenovo ist der erste Partner für die neuen Smartphone-Plattform Medfield. Intel motzt sie um einen ARM-Emulator auf, um nahezu jede vorhandene Android-Software im Market abspielen zu können.

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Intels Atom-Smartphone arbeitet mit einem 1,6 GHz schnellen Einkern-Prozessor

Die wohl bedeutendste Nachricht auf der Keynote zur CES von Intel-Chef Otellini war, dass Intels vorgestelltes Referenz-Smartphone mit Medfield-Prozessor auch Android-Software für "fremde Instruktionssätze" ausführen kann, sprich also einen ARM-Emulator bietet. Damit soll dann praktisch jede bereits im Market verfügbare Android-Software laufen, insbesondere auch Angry Birds – wie schnell, das hat Otellini noch nicht verraten.

Lenovos K800 hat ein 4,5 Zoll großes HD-Display und läuft mit Android 2.3.

(Bild: Intel)

Der erste Partner, der ein Medfield-Smartphone herausbringen will, ist anders als spekuliert nicht LG, sondern Lenovo. Das K800 mit 4,5-Zoll-Display (1280 × 720), so versprach Gastredner Liu Yun, Senior Vice President von Lenovo, soll im zweiten Quartal erhältlich sein – allerdings nur in China. Externe Displays steuert es drahtlos per WiDi an, was ein interessantes Alleinstellungsmerkmal der x86-Smartphones gegenüber denen mit ARM-Prozessor wäre, wenn es denn endlich mal mehr WiDi-Displays gäbe – immerhin drei WiDi-Receiver führt Intel auf.

Weitere Details gab Yun zum Lenovo K800 aber auch nicht bekannt und so ging Intel stärker auf das eigene Smartphone-Referenz-Design ein. Das hat einen Atom Z2460 mit 1,6 GHz, läuft mit Android 4, besitzt eine 8-Megapixel-Kamera und eine Frontkamera, unterstützt HSPA+ mit 21 MBit/s, hält beim Telefonieren sechs Stunden und im Standby 14 Tage durch und kann – so ein Zeitraffer-Vergleich mit einem "andern Smartphone" offenbar von Samsung – mit 6 Stunden gut doppelt so lange wie jenes ein FullHD-Video abspielen. Musik kann man 45 Stunden lang hören. Von McAfee ist zudem eine Mobile Security Suite eingespielt – und wie eingangs erwähnt, kann es Android-Software für ARM abspielen.

Anfang 2010 ging die Partnerschaft mit einer anderen asiatischen Firma schief, da hatte der koreanische Hersteller LG ein Smartphone mit Intel-Moorestown angekündigt, ist aber dann abgesprungen. Diesmal konnte Otellini einen zweiten Partner von Rang präsentieren, den von Google gekauften (die Zustimmung der EU steht allerdings noch aus) Mobilfunkriesen Motorola Mobility. Doch CEO Sanjay Jha hatte im Unterschied zu Lenovo kein Produkt zum Vorführen, und so blieb es bei der Ankündigung einer strategischen Partnerschaft.

Ein weiteres Intel-Referenz-Design führte Otellini eher beifällig für Tablets mit "32-nm-Prozessor" für Windows 8 vor – da wurde überhaupt kein Partner benannt. Stattdessen wurden wie schon am Vortag die Ultrabooks stark in den Mittelpunkt gerückt, doch eine Schummel-Demo blieb dem Publikum diesmal erspart. (as)