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Intel präsentiert neue Workstation-Plattform mit 64-Bit-Erweiterung

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Kurz nach Einführung neuer Pentium-4-Chipsätze für DDR2-RAM und PCI Express bringt Intel diese Techniken auch für Zwei-Prozessor-Workstations, gleichzeitig mit 90-Nanometer-Xeon-Prozessoren.

Gerade noch rechtzeitig zum versprochenen (aber auch bereits verschobenen) Starttermin im zweiten Quartal 2004 kommen Xeon-Prozessoren mit Nocona-Kern, die eng mit dem ebenfalls in 90-Nanometer-Technik gefertigten Pentium 4 "Prescott" verwandt sind. Während letzterer aber nur alleine läuft, sind die so genannten DP-Xeons im Sockel-604-Gehäuse für Dual Processing ausgelegt. Multiprozessor-taugliche Ausführungen mit 90-nm-Kernen (Xeon MP, zurzeit Gallatin-Kern mit maximal 3 GHz und FSB400) kommen erst später, ebenso wie offenbar der Dual-CPU-Server-Chipsatz namens "Lindenhurst". Wie beim Start der Foster-Xeons vor rund drei Jahren schickt Intel zunächst einen Workstation-Chipsatz mit Grafik-Port ins Rennen, nämlich den unter dem Codenamen Tumwater entwickelten E7525. Im Unterschied zu seinem Vorgänger E7505 (Placer) bringt der Neue einen PCI-Express-x16-Port für Grafikkarten, eine FSB800-Schnittstelle (zuvor FSB533) für zwei Xeons und zwei Speicherkanäle für DDR- und DDR2-RAM, die entweder PC2700/DDR333-Module oder PC2-3200/DDR2-400-DIMMs unterstützt. Mit bis zu acht (Registered-)Speicherriegeln lässt sich der Hautspeicher auf 16 GByte ausbauen.

Um diesen Speicher nun endlich auch ohne PAE-Umwege adressieren zu können, unterstützen die neuen Xeons als erste Intel-Prozessoren die Extended Memory 64 Technology (EM64T). Intels AMD64-ähnliche 64-Bit-Erweiterung soll kompatibel sein zu kommenden Programmen für 64-Bit-erweiterte x86-Prozessoren. Nun stehen also von Intel und AMD x86-64-Prozessoren bereit, doch nach wie vor fehlt das passende Betriebssystem vom Marktführer -- Windows XP 64-Bit Edition for 64-Bit Extended Systems gibt es nach wie vor erst in einer Beta-Version, der vor allem vom AMD herbeigesehnte Starttermin "im ersten Halbjahr 2004" verstreicht übermorgen. Bisher ist noch nicht einmal ein voraussichtlicher Kaufpreis für das 64-Bit-Windows-XP bekannt, auch die Server-Versionen des Betriebssystems fehlen noch. Schon seit geraumer Zeit verfügbar sind aber zahlreiche Linux-Varianten für AMD64 (SuSE Linux 9/9.1, Red Hat Enterprise Linux Version 3, Fedora Core 2, Mandrake und andere).

Supermicro X6DA8-G

Die E7525-Northbridge verfügt zum Anschluss von Erweiterungskarten noch über einen PCIe-x8-Port, an dem sich unter anderem ein PCIe-zu-PCI-X-Wandler (Bridge) anschließen lässt, der wiederum zwei PCI-X-Busse bereitstellt. Als Southbridge setzt Intel nicht den für Desktops vorgesehen I/O Controller Hub ICH6, sondern dessen Vorgänger ICH5R, der zwar weder PCIe-x1-Ports noch einen AHCI-SATA-Controller bietet, aber immerhin zwei RAID-taugliche Serial-ATA-Ports.

Ein testfähiges Nocona-System erreichte die c't-Redaktion leider nicht mehr rechtzeitig, sodass eine Bewertung der Rechenleistung des 3,6-GHz-Duos mit schnellerem Speicher nur anhand von Intels Hinweisen möglich ist. Demnach sollen höhere Taktfrequenzen, schneller Speicher und leistungsfähigerer Frontsidebus sowohl die Einzelleistung der Xeons als auch den Durchsatz, also die kooperative Leistung zweier Prozessoren, deutlich steigern. Bei genauer Betrachtung (zu finden in c't 14/04, ab heute am Kiosk) zeigt sich jedoch, dass der Leistungsvorsprung der neuen 3,6-GHz-Prozessoren im Vergleich zu dem bisherigen 3,2-GHz-Spitzenmodell mit 2 MByte L3-Cache nur in wenigen Benchmarks bedeutend ist. Während die Xeons ihre Opteron-Konkurrenten mit hoch optimierenden Compilern (Intel C/C++ und Fortran 8.0) in vielen Einzel-Benchmarks (SPEC CPU2000) noch schlagen können, weisen erste Messungen unter 64-Bit-Linux darauf hin, dass die Opterons dank der leistungsfähigen HyperTransport-Verbindung und der schnellen Speicheranbindung beim Durchsatz weiter vorne liegen werden. Das macht die AMD-Renner vor allem für Hochleistungs-Cluster interessant. Die Beta-Version von Intels Compiler-Suite in der Version 8.1, die auch für EM64T optimieren kann, lässt allerdings auch auf erhebliche Leistungssteigerungen in einigen Teil-Benchmarks hoffen.

E7525-Mainboards haben -- außer Intel -- bereits Iwill und Supermicro angekündigt, sie sind aber auch von vielen anderen Firmen zu erwarten.

Siehe dazu auch in der aktuellen Ausgabe von c't (ab dem heutigen Montag, den 28. Juni, im Handel): (ciw)

  • Heiße Zwillinge, Intel Xeon: Bis zu 3,6 GHz, Kooperation mit PCI Express, DDR2-RAM und 64-Bit-Code, c't 14/2004, S. 16