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Intel sucht Einigung mit US-Wettbewerbshütern

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Der Chiphersteller Intel führt derzeit Verhandlungen mit der US-Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission), um ein im Dezember 2009 eingeleitetes Verfahren wegen wettbewerbswidriger Maßnahmen vorzeitig einzustellen. Die FTC hatte das Verfahren gegen Intel eröffnet, weil der Konzern über ein Jahrzehnt hinweg seine marktbeherrschende Stellung missbraucht und den Wettbewerb erstickt haben soll. Unter anderem habe der Konzern PC-Hersteller wie Dell und Hewlett-Packard dafür bezahlt, Verträge mit dem Konkurrenten AMD aufzukündigen oder dessen Chips erst verspätet einzubauen. Laut FTC soll Intel Compiler auch so programmiert haben, dass Prozessoren der Konkurrenz beim SPEC-CPU-Benchmark den eigenen Produkten unterlegen waren.

Eine mündliche Verhandlung in der Angelegenheit war von der FTC eigentlich für den 15. September 2010 anberaumt worden – wie der Konzern jetzt aber mitteilt, haben Anwälte der FTC und der Intel Corporation einen gemeinsamen Vergleichsantrag formuliert, um den weiteren Verfahrenablauf abzukürzen. Für diesen Vergleich bietet Intel Gegenleistungen an, die aber nicht öffentlich gemacht werden sollen.

Die EU-Kommission hatte im Mai 2009 bereits eine Strafe von 1,06 Milliarden Euro gegen Intel wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung verhängt. Das Unternehmen habe Millionen europäischer Verbraucher geschadet, indem es viele Jahre lang gezielt versucht hatte, Wettbewerbern den Zugang zum Computerchipmarkt zu verwehren, lautete die Begründung. (pmz)