Intel verkauft Mehrheit an Intel Security und nennt die Sicherheitssparte wieder McAfee

Intel hat die Mehrheit seiner IT-Sicherheitssparte verkauft und benennt sie in McAfee um. Der schon lange aus dem Unternehmen ausgeschiedene John McAfee hatte gerade erst Klage eingereicht, seinen Namen einer anderen Sicherheitsfirma geben zu dürfen.

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Intel

(Bild: dpa, Saul Martinez)

Von
  • Kristina Beer

Intel trennt sich im Zuge seiner Neuausrichtung von der Mehrheit seiner IT-Sicherheitssparte. Besitzer eines Anteils von 51 Prozent wird künftig der Finanzinvestor TPG sein, wie Intel am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Intel bekomme 3,1 Milliarden US-Dollar (rund 2,76 Mrd Euro) und behalte die restlichen 49 Prozent. Der Name seiner Sicherheitssparte soll von Intel Security wieder zu McAfee geändert werden – eigentlich hatte Intel die Marke McAfee nach der Übernahme einschlafen lassen wollen. Der Chip-Hersteller hatte die traditionsreiche Antiviren-Firma McAfee im Jahr 2010 für knapp 7,7 Milliarden Dollar übernommen.

Mit der Namensänderung dürfte Intel John McAfee ein Schnippchen geschlagen haben. Vor wenigen Tagen hatte der lange aus dem Unternehmen ausgeschiedene McAfee-Gründer eine Klage gegen Intel eingereicht, weil er seinen Namen nun einer anderen Firma geben möchte, die ebenfalls bei Sicherheits-Software aktiv sein will – "John McAfee Global Technologies" soll sie heißen. Intel hatte ihn davor in einem Brief gewarnt. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet, dass John McAfee als Reaktion auf den TPG-Deal eine Textnachricht verfasste, in der er erklärt, dass Intel abwarten sollte, bis überhaupt klar sei, ob sie "irgendein Recht haben, meinen Namen zu nutzen".

Der bisherige Chef von Intel Security, Chris Young, soll Intels McAfee weiterführen. Er argumentierte, mit der neuen Eigentümerstruktur werde McAfee besser mit anderen Anbietern in dem hart umkämpften Markt konkurrieren können. Die Sparte steigerte zuletzt den Halbjahresumsatz unter dem Intel-Dach um elf Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis war mit 182 Millionen Dollar mehr als vier Mal höher als ein Jahr zuvor.

Hinter der Übernahme von McAfee im Jahr 2010 steckte auch die Idee, Sicherheitstechnik direkt in Intel-Chips einzubetten. Die Integration klappte jedoch zumindest nicht im geplanten Ausmaß. Außerdem haben sich die Methoden in der IT-Sicherheit weiterentwickelt und in der Branche kamen neue aggressive Konkurrenten wie FireEye oder Palo Alto Networks auf. Sie überwachen zum Beispiel den Datenverkehr, statt nach bekannten Viren zu suchen.

Das Geschäft mit IT-Sicherheit gilt angesichts der wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe unter anderem bei Finanzinvestoren als lukrativ. Allerdings ist der Markt sehr fragmentiert und es häufen sich Fusionen. Im Sommer setzte Branchen-Schwergewicht Symantec zur Übernahme des Rivalen Blue Coat für 4,65 Milliarden Dollar an, auch um dessen Chef an die eigene Spitze setzen. Und der Anbieter Avast übernahm den Konkurrenten AVG für rund 1,3 Milliarden Dollar.

Intel hängt nach wie vor stark vom Geschäft mit Prozessoren für Personal Computer ab – und dieser Markt schrumpft schon seit Jahren. Intel konnte sich bisher ganz gut mit Chips für Rechenzentren dagegen stemmen, ist aber aktiv auf der Suche nach neuen Erlös-Quellen wie das Internet der Dinge mit Milliarden vernetzter Geräte. Das Unternehmen hatte in dieser Woche bekanntgegeben, dass es den Spezialisten für maschinelles Sehen "Movidius" kauft. (mit Material der dpa) / (kbe)