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Intel will Drahtlos-Ladetechnik in Notebooks und PCs integrieren

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Qi-kompatibler "Energiesender" mit maximal 7,5 Watt und dem Transmitter-Chip IDT9030.

(Bild: IDT)

Intel will der drahtlosen Ladetechnik für Mobilgeräte und akkuversorgte PC-Peripherie zum Durchbruch verhelfen. Die bei elektrischen Zahnbürsten seit Jahrzehnten etablierte Energieübertragung ohne Kabel kommt bei anderen Geräten nämlich nur sehr langsam in Schwung, obwohl es den Standard Qi des Wireless Power Consortium (WPC) für 5 Watt schon seit zwei Jahren gibt. Intel selbst hat viel höhere Leistungen im Visier und schon vor vier Jahren per Wireless Resonant Energy Link (WREL) eine 60-Watt-Glühlampe leuchten lassen.

Offenbar will Intel keine eigenen Controllerchips für die drahlose Energieübertragung fertigen, sondern hat nun eine Kooperation mit IDT angekündigt. In der ersten Hälfte des Jahres 2013 soll IDT Muster von Transmitter- und Receiver-Bauelementen für eine Resonanzübertragungstechnik liefern. Diese ist anscheinend nicht mit den Qi-Standards kompatibel, jedenfalls werden sie in der Pressemeldung nicht erwähnt.

IDT hatte im März ein Chip-Paar für Qi-Ladesysteme vorgestellt. IDT9030 (Sender) und IDT9020 (Empfänger) sollen in einem proprietären Modus noch 50 Prozent leistungsfähiger sein als via Qi – und mit 7,5 Watt entsprechend 1,5 Ampere bei 5 Volt werden Akkus von Tablets und Smartphone schneller voll.

Welche Leistungsregion Intel jetzt anstrebt, wurde aber nicht verraten. Das Laden von Smartphone- oder gar Tablet-Akkus von einem Ultrabook aus dürfte allerdings oft nur dann sinnvoll sein, wenn das Ultrabook selbst am Netzteil hängt. In Smartphones stecken meistens 3,7-Volt-Akkus, die bei teureren Geräten oft Energie in der Größenordnung von 7,4 Wattstunden (Wh) speichern, also 2000 mAh (2 Ah). Die Akkus vieler flacher, leichter Notebooks fassen selbst bloß 40 bis 60 Wh. Schon im Idealfall müsste man folglich 12 bis 19 Prozent Ultrabook-Laufzeit für eine einzige Smartphone-Ladung opfern. Doch für das Laden eines Akkus ist deutlich mehr Energie nötig, als er letztlich speichert; hinzu kommen die Verluste der Schnurlostechnik. IDT nennt maximal 73 Prozent Wirkungsgrad. Wenn man dann noch 20 Prozent Verlust bei der eigentlichen Akkuladung schätzt, dann müsste der Ultrabook-Akku gut 12 Wattstunden liefern, um einen dicken Smartphone-Energiespeicher zu füllen.

Intel nennt allerdings als potenziell kabellos aufladbare Geräte etwa auch Tastaturen oder Mäuse, die mit kleineren Akkus bestückt sind. Dafür würde jedoch wiederum der Qi-Standard völlig ausreichen. Hier scheitert der Erfolg möglicherweise an den Kosten, denn IDT will für einen Qi-kompatiblen Controller 3,60 US-Dollar haben – für billige Eingabegeräte wäre das zuviel. (ciw)