Intel will TV-Abenteuer bis Ende des Jahres beenden

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Der US-Chiphersteller Intel hat seine Fernsehpläne beerdigt und will den Ausstieg offenbar noch in diesem Jahr vollziehen. Bis Ende des Jahres wolle Intel den im Hause entwickelten TV-Service OnCue verkaufen, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Der Chiphersteller wolle damit rund eine halbe Milliarde Dollar erlösen.

Als potenzieller Abnehmer gilt der Netzbetreiber Verizon, der schon seit einigen Wochen mit Intel verhandelt. Die von Intel aufgerufenen 500 Millionen US-Dollar sollen die Investitionen in die Plattform abdecken, heißt es bei Bloomberg. Dem Bericht zufolge hatte Intel zuvor auch mit Samsung und dem Kabelnetzbetreiber Liberty Global über einen Verkauf gesprochen.

Ursprünglich wollte Intel mit OnCue noch in diesem Jahr auf Sendung gehen. Für den TV-Dienst hatte Intel Erik Huggers von der BBC abgeworben, wo er den Aufbau der Online-Plattform verantwortet hatte. Huggers hat OnCue samt eigener Settop-Box für Intel entwickelt, sich mit der Akquise von Programmanbietern allerdings schwergetan.

Sender und andere Rechteinhaber sind nicht gerade Feuer und Flamme, wenn sich Neulinge in der austarierten Pay-TV-Landschaft der USA breit machen wollen. Netzbetreiber Verizon betreibt bereits einen Pay-TV-Dienst und verfügt daher über entsprechende Kontakte zu den Programmanbietern.

Zuletzt hatte vor allem Intels neuer Chef Brian Krzanich bei den TV-Ambitionen auf die Bremse getreten. Der seit Mai amtierende Krzanich will Intels Fokus auf Chips für mobile Geräte investieren. "Die Zukunft ist einfach, Computer-Geräte werden immer kleiner", sagte Krzanich der New York Times. Intel habe den boomenden Markt der Tablets an sich vorbeiziehen lassen und müsse nun den Preis dafür zahlen. (vbr)