Intel will nach Server-Abstürzen mehr Systemdaten sichern

Zur Diagnose fataler Crashes sollen Server-Fernwartungschips künftig Systemdaten aus Xeons und Beschleunigern per I3C-Interface in Flash-Speicher retten.

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Baseboard Management Controller Aspeed AST2400 samt eigenen DRAM- und Flash-Chips.

(Bild: c't)

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Intel plant eine bessere Diagnosefunktion für Server-Abstürze und erweitert dazu das 2006 eingeführte hauseigene Platform Environment Control Interface (PECI). Diese bisherige Eindraht-Schnittstelle, die etwa auch die Daten der in Prozessoren integrierten Temperatursensoren zu Hardware-Monitoring-Chips auf dem Mainboard überträgt, soll dazu das von der MIPI Alliance spezifizierte Protokoll I3C verwenden. I3C ist in gewissem Sinne eine Erweiterung der etablierten I²C-Schnittstelle, die auch der System Management Bus (SMBus) nutzt, beispielsweise für das SPD-EEPROM von Speichermodulen.

In der US-Patentanmeldung 20190042348 (Techniques to collect Crash Data for a Computing System) beschreibt Intel das Konzept. Demnach ist es auch per PECI schon möglich, Systemdaten aus Prozessoren nach einem Absturz auszulesen und etwa über einen separaten (Baseboard Management Controller, BMC) auf dem Mainboard nichtflüchtigen (Flash-)Speicher zu sichern. So lassen sie sich später auswerten.

Doch die Datensammlung per PECI nach einem solchen Absturz dauert demnach bis zu 30 Sekunden pro CPU. Das neue Konzept mit PECI und I3C soll diese Zeit abkürzen, damit ein abgestürzter Server schneller wieder booten kann und trotzdem Analysedaten zur Diagnose bereitstehen.

Intel will kommende Xeons per MIPI I3C mit dem BMC verbinden.

(Bild: United States Patent Application 20190042348

Kind)

Außerdem soll die neue Crash-Datenerfassungstechnik auch andere Chips einbinden können; Intel erwähnt etwa Rechenbeschleuniger, die per Intel Acceleration Link (IAL) angebunden sind, der 2021 mit PCIe 5.0 als Compute Express Link (CXL) kommen soll. Auch das von der Industrievereingung DMTF spezifizierte Management Component Transport Protocol (MCTP), das etwa zur Verwaltung von Ethernet-Hostadaptern dient, bereitet in Version 1.6.0 die Nutzung von PCIe 5.0 und I3C vor.

Der taiwanische Hersteller Aspeed hat kürzlich den neuen BMC AST2600 angekündigt, der nicht nur deutlich leistungsfähiger ist als seine Vorgänger, sondern auch eine I3C-Schnittstelle hat. Er dürfte auf kommenden Serverboards für Ice-Lake-Xeons zu finden sein, die Fernwartung per IPMI 2.0, Redfish oder OpenBMC ermöglichen.

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(ciw)