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Intelligente Stromnetze: Microsoft stoppt Endkunden-Dienst

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Die IT-Konzerne scheinen kein besonderes Glück dabei zu haben, sich den für die Zukunft erwarteten Markt mit intelligenten Stromzählern (Smart Meter) für Endkunden frühzeitig zu erschließen: Nachdem Google vor wenigen Tagen die Einstellung seines Projekts PowerMeter verkündete, folgt nun Microsoft. Der Konzern erklärte, sein Projekt Hohm werde zum 31. Mai 2012 eingestellt.

Der Dienst Hohm sollte US-Kunden bei der effizienten Energienutzung helfen. Anwender meldeten sich dafür mit ihrer Windows Live ID sowie Postleitzahl an und konnten ihren Energieverbrauch mit regionalen und nationalen Durchschnittswerten vergleichen. Wenn sie diverse weitere Angaben machten, beispielsweise zu ihrer Wohnfläche oder der Marke ihres Boilers, erhielten sie Empfehlungen zur Energieeinsparung. Hierfür wurden Algorithmen und Daten verwendet, die vom Lawrence Berkeley National Laboratory und vom US-Energieministerium bereitgestellt wurden. In der Betaphase sollten die Analyseergebnisse durch Rückmeldungen von Nutzern, Gemeinden und Energieversorgern verfeinert werden. Nach Abschluss der Testphase sollten die Kunden eines der mit Microsoft kooperierenden Energie-Unternehmen online auf ihre von digitalen Zählern erfassten Verbrauchsdaten zugreifen und diese analysieren lassen können.

Ein ähnliches Vorhaben verfolgte Google auch mit Powermeter, erklärte zur Einstellung aber, der Dienst habe nicht die erhoffte Resonanz gefunden. Ähnlich äußert sich nun Microsoft: Zwar sei die Reaktion von Kunden und Partnern ermutigend gewesen. Jedoch habe man sich angesichts der doch langsamen Akzeptanz des Dienstes im Markt für intelligente Stromnetze und -zähler dazu entschieden, sich auf Produkte und Lösungen zu konzentrieren, die mehr Aussicht auf Wachstum im Markt der intelligenten Stromnetze hätten. Microsoft gibt also die Hoffnung nicht vollständig auf, in diesem Bereich mit eigenen Angeboten reüssieren zu können. Diese Hoffnung hegen einige Konzerne aus der IT- und Telekommunikationsbranche; so hat die Deutsche Telekom einen eigenen Geschäftsbereich "Intelligente Netzlösungen" geschaffen, der sich um intelligente Stromnetze, aber auch um vernetzte Fahrzeuge, ein vernetztes Gesundheitswesen und die intelligente Mediendistribution kümmern soll. (jk)