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Core i9-9000: Intels 8-Kern-Prozessoren unterstützen bis zu 128 GByte RAM

Die angekündigten Prozessoren Core i9-9900K, Core i7-9700K und Core i5-9600K sollen bald bis zu 128 GByte RAM in Form von vier 32-GByte-UDIMMs ansteuern können.

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Die-Shot des Intel Core i9-9900K mit acht CPU-Kernen

Die-Shot des Intel Core i9-9900K mit acht CPU-Kernen

(Bild: Intel)

Aktuelle Mittelklasse-PC-Plattformen mit vier Steckfassungen für Speichermodule lassen sich mit maximal 64 GByte Hauptspeicher bestücken. Die kommenden Achtkerner Intel Core i9-9900K, Core i7-9700K und Core i5-9600K sollen doppelt soviel RAM ansteuern können, also je vier DIM-Module mit je 32 GByte Kapazität. Solche "ungepufferten" DIMMs (UDIMMs) mit 32 GByte, also mit sechzehn 16-GBit-DDR4-SDRAMs, sind allerdings noch nicht auf dem Markt. Intel will kompatible Module zuerst validieren und die Prozessoren erst danach für diese "größeren" Module freigeben.

Auf einem PC-Speicherriegel (Dual-Inline Memory Module, DIMM) sitzen stets mehrere einzelne SDRAM-Chips. Der Speicher-Controller, der heutzutage in x86-Prozessoren integriert ist, kann je nach CPU-Typ nur bestimmte Typen von SDRAMs und DIMMs ansteuern. Die meisten Serverprozessoren (AMD Epyc, Intel Xeon) können etwa auch mit Registered DIMMs (RDIMMs) und Load-Reduced-(LR-)DIMMs umgehen, von denen letztere bis zu 128 GByte fassen.

Prozessoren für PCs und Notebooks (AMD Ryzen, Intel Core i) vertragen üblicherweise nur die erwähnten UDIMMs. Diese dürfen nach den JEDEC-Spezifikationen höchstens 16 (DDR4-)SDRAM-Chips haben (bei ECC-UDIMMs 18).

Derzeit fertigen die SDRAM-Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron DDR4-SDRAMs vor allem mit 4 und 8 Gigabit (GBit) Kapazität, also 0,5 oder 1 Gigabyte (GByte) pro Chip. UDIMMs aus 8-GBit-Chips speichern maximal 16 GByte an Daten, nämlich 16 × 1 GByte.

Allmählich läuft aber die Produktion von 16-GBit-SDRAMs hoch, und damit werden eben auch 32-GByte-UDIMMs möglich (16 × 2 GByte). Samsung hat sie in Form von SO-DIMMs für Notebooks bereits angekündigt, im Einzelhandel findet man sie aber nicht. Einige mobile Workstations mit Intels Hexa-Core-Chips kann man aber mit 128 GByte RAM bestellen, etwa die Lenovo ThinkPad P72 - P5200.

Es wird aber wohl noch mehrere Monate dauern, bis 128 GByte Hauptspeicher auf LGA1151v2-Boards mit Intel Core i9-9900K (ab 649,89 €), Core i7-9700K (ab 479,90 €) und Core i5-9600K (ab 479,90 €) möglich werden. Termine nannte Intel gegenüber Anandtech.com nicht. Derzeit nennt Intels CPU-Datenbank ark.intel.com für den Core i9-9900K noch 64 GByte als Maximum.

Auch die Mainboard-Hersteller müssen mitziehen und BIOS-Versionen herausbringen, die 32-GByte-UDIMMs korrekt erkennen.

32-GByte-Module mit 8-GBit-Chips nur für wenige Asus-Mainboards: G.Skill Trident Z RGB DC

(Bild: G.Skill)

Obwohl die DRAM-Preise in den vergangenen Monaten leicht gesunken sind, werden 32-GByte-UDIMMs wohl ein relativ teurer Spaß. Während man ein 16-GByte-UDIMM der Geschwindigkeitsklasse DDR4-2666 derzeit ab etwa 120 Euro bekommt, kostet ein 32-GByte-DDR4-RDIMM für Server mindestens etwa 300 Euro. Dabei handelt es sich zwar um Module mit zwei zusätzlichen SDRAM-Chips für Error-Correction Code (ECC), aber die 16-GBit-SDRAMs dürften anfangs erheblich teurer sein als zwei einzelne 8-GBit-Chips. 128 GByte RAM in Form von vier 32-GByte-UDIMMs dürften anfangs jedenfalls deutlich über 1200 Euro kosten.

Eine skurrile Spielart von 32-GByte-UDIMMs fertigen G.Skill und Zadak ausschließlich für die Asus-Mainboards ROG MAXIMUS XI APEX, MAXIMUS XI GENE und ROG STRIX Z390-I Gaming. Diese haben jeweils nur zwei DIMM-Slots, also je einen pro Kanal. Um darin trotzdem 64 GByte unterzubringen, gibt es nun Kombimodule Zadak Shield DC DDR4 und G.Skill Trident Z RGB DC, dabei steht "DC" für "Double Capacity". Diese DIMMs haben allerdings 8-GBit-Chips und funktionieren nur in den erwähnten Asus-Boards. (ciw)

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