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Intels Nettogewinn schrumpft um 90 Prozent

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Der US-amerikanische Prozessorhersteller Intel hat im Schlussquartal 2008 rund 8,23 Milliarden US-Dollar (6,2 Milliarden Euro) umgesetzt. Das sind 2,5 Milliarden US-Dollar weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Intel musste damit einen größeren Umsatzschwund hinnehmen als im ersten Quartal 2001. Seinerzeit, als die Dot-com-Blase platzte, sahen die Vorzeichen ähnlich schlecht aus wie derzeit. Viele von Intels Kunden haben nun mit der Finanzkrise zu kämpfen, reduzieren ihre Lagerbestände und drosseln ihre Aufträge. Die Verkaufszahlen von PCs und Notebooks blieben in den vergangenen drei Monaten zum Teil spürbar hinter den Ergebnissen früherer Quartale zurück.

Umsatz- und Gewinnentwicklung der vergangenen fünf Quartale.

Die Wirtschaft und die Branche werde zurück auf eine Basis gefahren, ab der neues Wachstum einsetzen werde, sagt Intel-Präsident und CEO Paul Otellini. Sein Unternehmen habe in der Vergangenheit schwierige Zeiten überstanden und wisse, was getan werden muss, um voranzukommen: neue Techniken entwickeln, neue Produkte anbieten und dafür die Produktionsgrundlagen schaffen. Für Forschung und Entwicklung sowie Akquisitionen plant Intel für das laufende Quartal 2,5 Milliarden US-Dollar ein, für das gesamte Geschäftsjahr bis zu 10,6 Milliarden US-Dollar.

Der Umsatz mit Mikroprozessoren in der Digital Enterprise Group ging von 4,49 Milliarden auf 3,66 Milliarden US-Dollar zurück, der Umsatz mit Chipsets, Mainboards und anderem von 1,47 Milliarden auf 835 Millionen US-Dollar. Innerhalb des Geschäftsbereichs Mobility Group ließ der Umsatz mit Prozessoren von 2,99 Milliarden auf 2,58 Milliarden US-Dollar nach, der mit Chipsets und anderem von 1,12 Milliarden auf 917 Millionen US-Dollar.

Der Nettogewinn ging laut Mitteilung (PDF-Datei) um 2,04 Milliarden US-Dollar oder 90 Prozent auf 234 Millionen US-Dollar zurück. Durch Wertminderung der Anteile an dem Wimax-Spezialisten Clearwire hatte Intel eine Sonderbelastung von 1 Milliarde US-Dollar verbucht. Das Unternehmen hatte vorige Woche zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen seine Prognose gesenkt und war von rund 8 Milliarden US-Dollar Umsatz ausgegangen. Beim Gewinn von 4 Cent je Aktie hat Intel laut Medienberichten die Erwartungen der Analysten erfüllt. Der Kurs der Intel-Aktie, der im regulären Handel mit 13,29 US-Dollar 1,61 Prozent im Plus schloss, gewann nachbörslich noch einmal gut 3 Prozent hinzu.

Im gesamten Geschäftsjahr setzte Intel 37,58 Milliarden US-Dollar um, 750 Millionen weniger als im Jahr 2007. Der Nettogewinn ging um 1,68 Milliarden US-Dollar auf 5,29 Milliarden US-Dollar zurück. Für das laufende Quartal und Geschäftsjahr gab Intel wegen der ungewissen wirtschaftlichen Lage nicht die sonst übliche Umsatzprognose heraus. Für "interne Zwecke" rechnet Intel für das erste Quartal 2009 mit einem Umsatz von 7 Milliarden US-Dollar. Analysten waren von etwa 7,3 Milliarden US-Dollar ausgegangen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Intel
in US-Dollar
Quartal Umsatz Netto-
gewinn
1/00 8,0 Mrd. 2,7 Mrd.
2/00 8,3 Mrd. 3,5 Mrd.
3/00 8,7 Mrd. 2,73 Mrd.
4/00 8,7 Mrd. 2,6 Mrd.
1/01 6,7 Mrd. 1,1 Mrd.
2/01 6,3 Mrd. 0,85 Mrd.
3/01 6,5 Mrd. 0,11 Mrd.
4/01 7,0 Mrd. 0,50 Mrd.
1/02 6,8 Mrd. 0,94 Mrd.
2/02 6,3 Mrd. 0,45 Mrd.
3/02 6,5 Mrd. 0,69 Mrd.
4/02 7,2 Mrd. 1,05 Mrd.
1/03 6,8 Mrd. 0,92 Mrd.
2/03 6,7 Mrd. 0,896 Mrd.
3/03 7,8 Mrd. 1,7 Mrd.
4/03 8,7 Mrd. 2,173 Mrd.
1/04 8,1 Mrd. 1,7 Mrd.
2/04 8,1 Mrd. 1,8 Mrd.
3/04 8,5 Mrd. 1,9 Mrd.
4/04 9,6 Mrd. 2,123 Mrd.
1/05 9,4 Mrd. 2,154 Mrd.
2/05 9,2 Mrd. 2,038 Mrd.
3/05 9,96 Mrd. 1,995 Mrd.
4/05 10,20 Mrd. 2,453 Mrd.
1/06 8,940 Mrd. 1,347 Mrd.
2/06 8,01 Mrd. 0,885 Mrd.
3/06 8,739 Mrd. 1,301 Mrd.
4/06 9,694 Mrd. 1,501 Mrd.
1/07 8,852 Mrd. 1,610 Mrd.
2/07 8,680 Mrd. 1,278 Mrd.
3/07 10,090 Mrd. 1,860 Mrd.
4/07 10,712 Mrd. 2,271 Mrd.
1/08 9,673 Mrd. 1,443 Mrd.
2/08 9,470 Mrd. 1,601 Mrd.
3/08 10,217 Mrd. 2,014 Mrd.
4/08 8,226 Mrd. 0,234 Mrd.

(Andreas Wilkens) / (anw)

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