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Interkom-Chef klagt: Politik behindert Aufbau der Netze

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Viag Interkom-Chef Rudolf Gröger attackiert die Bundesregierung im Streit um die Gesundheitsgefahr durch Mobilfunk. "Wir fühlen uns im Stich gelassen", sagte Gröger der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Telekom-Konzerne hätten dem Staat insgesamt 100 Milliarden Mark für die UMTS-Lizenzen bezahlt, nun behinderten Politiker vielerorts den Aufbau der dazu notwendigen Netze. So habe die Stadt München das Aufstellen von Sendemasten auf öffentlichen Gebäuden verboten.

"Das wirkt sich natürlich auf die Stimmung in der Bevölkerung aus", klagt Gröger in der F.A.Z-Sonntagszeitung. "Dabei gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis für eine Gesundheitsgefährdung." Durch örtliche Proteste liege die Branche beim Aufbau der UMTS-Netze "mindestens drei Monate im Verzug". Bis Ende 2003 müssten jedoch 25 Prozent der Bevölkerung erreicht werden -- sonst müssten die Anbieter ihre Lizenz entschädigungslos zurückgeben. Gröger fordert nun eine Verlängerung dieser Frist oder zumindest ein klärendes Wort der Bundesregierung. "Dann sollen sich die Politiker hinstellen und sagen: Wir wollen UMTS nicht haben -- mit allen Konsequenzen." (dpa) / (wst)