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share-online.biz abgeschaltet: Internationale Aktion gegen große Filesharing-Plattform

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Männer aus Deutschland, die mit einer Filesharing-Plattform 50 Millionen Euro Umsatz gemacht haben sollen.

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(Bild: mahc/Shutterstock.com)

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Ermittler haben bei einer internationalen Razzia gegen die Betreiber einer Filesharing-Plattform Wohnungen und Geschäftsräume in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden durchsucht. Über die Plattform sollen Raubkopien von Filmen und anderen Inhalten verteilt worden sein. Es handelt sich um das Portal "share-online.biz", das seit dem gestrigen Mittwoch abgeschaltet ist.

Den Angaben zufolge wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Es gehe um "unfassbare Datenmengen", sagte ein Sprecher der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW. Auch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) berichtet über den Fall. Sie hätten 2017 bereits einen Dienstleister beauftragt, der im Rahmen "eines GVU-Takedown-Projekts mehr als acht Millionen Löschaufforderungen an die Betreiber sendete, um unlizenziert angebotene Inhalte entfernen zu lassen." Der Dienst habe sich scheinbar kooperativ gezeigt, die Inhalte zunächst gelöscht, kurz darauf seien sie aber wieder verfügbar gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Die dadurch gewonnenen Daten spielten die Verantwortlichen der Staatsanwaltschaft zu.

Die Ermittlungen richten sich demnach gegen drei Männer im Alter von 40, 48 und 54 Jahren mit Wohnsitzen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt. Von dem Trio genutzte Server hätten zudem in den Niederlanden und in Frankreich gestanden. Der 54-Jährige sei der Hauptverdächtige und lebe im Raum Aachen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Festnahmen gab es nicht. Den Betreibern werde vorgeworfen, durch den Betrieb der Filesharing-Plattform vielfache Beihilfe zur gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke begangen zu haben, so die Ermittler. Das von den Verdächtigen mutmaßlich organisierte Onlineportal ist Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zufolge der größte in Deutschland betriebene sogenannte Filehoster.

Über die Plattform seien urheberrechtlich geschützte Werke zum Download angeboten worden. Zudem habe es Anreize für Nutzer geben, um Raubkopien hochzuladen. Dabei habe es sich etwa um Kinofilme, Serien, Erotikproduktionen und Musik gehandelt. Durch den Betrieb der Plattform sollen die Tatverdächtigen laut Staatsanwaltschaft von April 2008 bis Oktober 2017 einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro gemacht haben.

[Update 17.10.2019 13 Uhr] Um Informationen der GVU erweitert. (emw)