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Technology Review

Internationale Energieagentur: mehr Kernkraft gegen CO2-Ausstoß

Die Internationale Energieagentur IEA glaubt, dass die Klimaziele nur erreicht werden können, wenn bis 2025 größere neue Atomkraftkapazitäten geschaffen werden.

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So umstritten die Kernkraft auch ist – zumindest beim CO2-Ausstoß hat die Stromerzeugungstechnik Vorteile, denn fossile Brennstoffe werden nicht benötigt. Aus diesem Grund rechnen Klimaforscher fest mit bestimmten Atomkraftgrößen, damit die für das nächste Jahrzehnt erhofften Klimaziele eingehalten werden.

Allerdings befindet sich die Kernkraftbranche derzeit in einer Krise. Bauvorhaben werden vor allem aufgrund hoher Kapitalkosten verlangsamt, zudem gelten die Marktbedingungen als schlecht. Die Atomkatastrophe von Fukushima tat ihr Übriges und sorgte dafür, dass einige Nationen geplante Projekte einstampften, Anlagen abschalteten (Japan) oder einen vollständigen Ausstieg verkündeten (Deutschland).

AKW Brunsbüttel.

Die Internationale Energieagentur IEA hat nun errechnet, was das für Folgen für die Klimaziele haben könnte, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die Agentur rechnet damit, dass die installierte Kapazität weltweit zwischen fünf und 24 Prozent unter dem liegt, was bis 2025 eigentlich notwendig wäre, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Dabei wird versucht, die durchschnittliche globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken. Laut IEA müssten zwischen heute und 2025 sage und schreibe 186 Gigawatt an neuen Nuklearkapazitäten geschaffen werden, das macht rund 17 Gigawatt pro Jahr.

Zu erreichen sind die Ziele wohl auch dann nicht, wenn verschiedene Nationen wie China und Russland mit ihren bereits ambitionierten AKW-Plänen weitermachen. So reichte die Neukapazität in den USA im letzten Jahr gerade einmal aus, um Kraftwerksabschaltungen zu kompensieren. Der Trend dürfte sich verstärken, da immer mehr Anlagen in ein kritisches Alter zwischen 30 und 40 Jahren kommen. Viele der noch heute im Betrieb befindlichen AKWs stammen aus den 70er Jahren, als die Nuklearbranche ihre Blütezeit hatte.

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(bsc)

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