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Internationaler Gewerkschaftsbund fordert von Apple Konsequenzen in China

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Der Direktor für Arbeitnehmerrechte beim Internationalen Bund freier Gewerkschaften Janek Kuczkiewicz hat von Apple die Einhaltung von Arbeitsstandards bei seinen chinesischen Zulieferern eingefordert. Apple sollte dies vertraglich festschreiben lassen, sich für eine demokratisch gewählte Arbeitnehmerrepräsentation in den Fertigungsstätten einsetzen und für eine adäquate medizinische Versorgung sorgen, sagte Kuczkiewicz im Gespräch mit Technology Review. "Firmen wie Apple sitzen schließlich an der Spitze der Supply Chain und kontrollieren sie damit auch."

Wenn das nicht sichergestellt werden könne, sollte sich Apple "am besten dazu entscheiden, nicht in Ländern produzieren zu lassen, die die Standards der International Labour Organisation nicht unterschrieben haben", betont Kuczkiewicz. Der Computerhersteller war zuletzt in die Kritik geraten, nachdem eine Apple-Delegation eingeräumt hatte, dass es in der chinesischen Fertigungsanlage unter anderem für iPods Verstöße gegen Apples Supplier Code of Conduct gebe. Der Auftragshersteller Foxconn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und zunächst eine Klage gegen zwei Journalisten der China Business News eingereicht, die er aber schließlich zurücknahm.

Laut Kuczkiewicz sei der Fall nur ein Beispiel für den Trend bei multinationalen Unternehmen, die Distanz zwischen der eigenen Marke und der eigentlichen Produktion zu vergrößern. "Diese Markenhersteller nutzen rechtliche Strukturen, die es ihnen möglich machen, dass sie die Produktion ihrer Waren komplett outsourcen und dadurch nicht mehr für die Arbeitsbedingungen verantwortlich sind, unter denen die Herstellung erfolgt," sagte der Gewerkschaftler.

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