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Internet-Austauschknoten DE-CIX baut Präsenz aus

Das Frankfurter Unternehmen will den Internet-Verkehr aus Afrika und dem Mittleren Osten mittels zweier neuer Internet-Austauschknoten näher an Europa bringen. So könnte der Verkehr von Dutzenden von Seekalbeln und Providern gebündelt werden.

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(Bild: Stefan Funke / CC-BY-SA 2.0)

DE-CIX, der Betreiber des weltgrößten Internet-Austauschknotens in Frankfurt, richtet zwei weitere Knotenpunkte in Palermo und Marseille ein. Beide Internet Exchanges (IX) will das Unternehmen mit der gleichen Technik ausstatten, die bereits in Frankfurt zum Einsatz kommt (Apollon).

An den neuen DE-CIX-Standorten können Netzbetreiber und Inhalte-Anbieter ihren Internetverkehr mittels Peering direkt miteinander austauschen. Es enstehen, anders als beim Transit-Konzept, bei dem zwei Betreiber eigene Verträge aushandeln, keine Kosten für die Durchleitung des Verkehrs. Beim Peering zahlen Kunden lediglich für den Anschluss entsprechend der Port-Anzahl und der Port-Kapazität (z. B. 1 GBit/s, 10 GBit/s oder 100 GBit/s).

Palermo auf Sizilien und Marseille in Südfrankreich sind zentrale Landungsstationen für eine Vielzahl von Unterseekabeln, die Anrainerstaaten des Mittelmeers sowie Afrika und dem Mittleren Osten mit Europa verbinden.

Wo die Musik spielt: DE-CIX, der Betreiber des weltweit größten Internet-Austauschknotens in Frankfurt eröffnet zwei weitere Depéndencen in Rechenzentren von Marseille und Palermo.

(Bild: TeleGeography)

"Wir gehen davon aus, dass die Internetnutzung der Menschen in Nordafrika und dem Mittleren Osten in den nächsten Jahren weiter stark wächst", erläutert Harald Summa, Vorstand der DE-CIX International AG. Mit den neuen Standorten will das Unternehmen allen Beteiligten ermöglichen, ihren Datenaustausch näher an die wachsenden Zielmärkte zu bringen und dennoch im Rechtsraum der EU zu bleiben. Neue Internet Exchanges erhöhen die Attraktivität der Standorte für viele Netzbetreiber und Inhalte-Anbieter, sodass sich dort eigene Internet-Ökosysteme bilden. Als Beispiele führt Summa die DE-CIX-Standorte in Dubai und New York auf.

In Italien kooperiert die Firma mit TI Sparkle, einer Tochter der Telecom Italia, die mit dem Sicily Hub ein neues Rechenzentrum einrichtet. Dort will der DE-CIX den Betrieb im dritten Quartal 2015 aufnehmen. In Marseille zieht der DE-CIX in das Rechenzentrum von Interxion ein. Der Betriebsstart ist ebenfalls für das dritte Quartal 2015 angepeilt. Am Interxion-Rechenzentrum will der DE-CIX den Verkehr von acht Unterseekabeln und mehr als 100 Carriern und Provider zusammenbringen. (dz)