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Internet-Entzug: Das kaputte Glasfaserkabel der Marshallinseln

Die Reparatur eines Glasfaserkabels sollte eigentlich nur zehn Tage dauern, jetzt ist das Ende der Arbeiten offen und die Satellitenverbindung überlastet. Die Präsidentin der Marshallinseln sieht an einigen Marshallesen Symptome eines Internet-Entzugs.

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Die etwa 70.000 Bewohner der ohnehin schon weitab gelegenen Republik Marshallinseln müssen sich derzeit noch ein wenig abgeschiedener fühlen: Die Inselgruppe im Pazifik ist seit einigen Tagen auf eine überlastete Satellitenverbindung für den Datenverkehr angewiesen. Die Reparatur eines Glasfaserkabels dauert länger als geplant.

Die Glasfaserverbindung, welche die Inseln normalerweise versorgt und laut einiger Medienberichte hauptsächlich US-amerikanischen Datenverkehr des Militärs transportiert, sollte dringend notwendiger Reparaturen unterzogen werden. Die ursprünglich auf zehn Tage angesetzten Arbeiten ziehen sich jedoch länger hin als geplant. Gegenüber Pacific Beat (ABC Radio Australia) erklärte der Chef der nationalen Telekommunikationsbehöde, Tommy Kijiner, ihm sei mitgeteilt worden, dass die Suche nach der zu reparierenden Stelle der Suche nach einer Stecknadel auf einer drei Meilen langen Strecke gleiche. Einen Termin, wann die Verbindung wieder funktionieren soll, gebe es bisher nicht.

Alle Telefon- und Internetverbindungen müssen nun über Satelliten abgewickelt werden. Damit kann nach Auskunft der nationalen Telekommunikationsbehörde vom Dienstag jedoch nur drei Prozent des üblichen Datenverkehrs bewältigt werden. Der allgemeine Zugang zu Webseiten ist blockiert, obgleich manche Bewohner trotzdem versuchten, soziale Netzwerke zu nutzen. Regierungskontakte und wichtiger Geschäftsverkehr haben Vorrang und dürfen die Satellitenverbindung im Rotationsverfahren nutzen.

Die meisten Inselbewohner nehmen den Ausfall offenbar gelassen hin. "Die Leute sind hier echt geduldig, schon von Natur aus", erklärte Kijiner. "Wenn wir ihnen sagen, dass sie ihre Angelegenheiten aufschieben müssen, bis die Reparaturen fertig sind, sind die meisten Leute wirklich kooperativ."

Kijiner machte gegenüber Pacific Beat allerdings auch deutlich, dass seit der Einrichtung des Glasfaserkabels im Jahr 2009 darüber gestritten wurde, ob diese Anbindung an das Internet für die Marshallinseln nicht zu teuer sei. Nun würde den Firmen und der Bevölkerung deutlich, wie sehr eine gute Internetverbindung gebraucht werde. Die amtierende Präsidentin der Marschallinseln, Hilda Heine, gab zu verstehen, dass einige Marshallesen deutliche Anzeichen eines Internet-Entzugs zeigten. (kbe)