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Internet Exchanges sollen für IPv6 gefördert werden

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Einen konkreten Vorschlag zur Unterstützung der Einführung von IPv6 machte Internet-Pionier und TCP/IP-Mitentwickler Vint Cerf beim zweiten Internet Governance Forum (IGF) in Rio de Janeiro. "Regierungen könnten daran denken, die Kosten von Exchange-Punkten zu subventionieren, die Konnektivität über IPv6-Adressen anstoßen." Damit könne man rascher volle Konnektivität innerhalb des IPv6-Raumes herstellen, parallel zum bestehenden IPv4-Adressraum. Möglicherweise, meinten Experten, lassen sich über solche aufgerüstete Internet Exchanges (der bekannteste in Deutschland ist das DE-CIX) auch die Verbindung zwischen beiden Welten verbessern, indem genau hier auch die Übersetzung zwischen beiden Adresssystemen erfolgt.

Die knapper werdenden IPv4-Adressen und die Einführung des Nachfolgeprotokolls IPv6 wurden von zahlreichen Regierungsvertretern in der laufenden Sitzung der IGF angesprochen. Konkrete Vorschläge zu einer Förderung der Migration fehlen aber. Mit Blick auf die nach neusten Schätzungen, nach denen zwischen 2010 und 2012 die IPv4-Adressen erschöpft sind, gibt es von Insidern bereits Warnungen über mögliche Wettbewerbsbeschwerden gegen die regionalen Internet-Registries (RIRs), die für die Adressvergabe zuständig sind. Diese arbeiten aktuell noch an Regeln für die Vergabe der letzten IPv4-Adressblöcke in den kommenden Jahren aus, eine Art Countdown-Regeln.

Cerfs Appell wendet sich einem von ihm in den vergangenen Monaten mehrfach angesprochenen Problem zu: Es reiche nicht, den IPv6-Adressraum einfach zu nutzen. Denn ohne Übersetzung nach IPv4 sitze der Nutzer auf einer Insel und könne möglicherweise noch nicht einmal zu den anderen IPv6-Insel im IPv4-Meer gelangen. Tunnels seien zwar denkbar, sagte Cerf kürzlich. Trotzdem erhofft er sich, dass die Einführung der neuen Adressen leichter wird, wenn entsprechende Internet-Exchange-Punkte für IPv6 vorhanden sind.

Siehe dazu auch:

Zum zweiten Treffen des Internet Governance Forum der UN siehe auch:

(Monika Ermert) / (jk)