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Internet-Firmen brauchen zusätzliche Mitarbeiter

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Deutsche Internet-Startups würden gerne im laufenden Jahr 100.000 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Forschungsprojektes e-Startup an der European Business School. Die Forscher befragten hierzu 9.000 Startups nach ihren geplanten Einstellungen und Wachstumszielen.

Die in Deutschland aktiven 15.000 Gründungen beschäftigen derzeit etwa 151.000 fest angestellte Mitarbeiter, weitere 29.000 sind in ausländischen Niederlassungen tätig. Hinzu kommen 67.000 freie Mitarbeiter, die die Startups projektbezogen oder in Teilzeit unterstützen und die auf Grund ihrer Flexibilität für die Firmen eine große Bedeutung haben. Zusammen mit den etwa 80.000 bis 100.000 Angestellten bei etablierten Firmen und deutschen Niederlassungen ausländischer Firmen sind in dem Bereich Internet und E-Commerce, so die Studie, rund 250.000 bis 300.000 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Für die etablierten und die ausländischen Unternehmen schätzen die Forscher, dass auch diese Firmen in diesem Jahr 20.000 bis 30.000 neue Mitarbeiter benötigen.

Gesucht würden die meisten neuen Mitarbeiter aber nicht von Startups im Bereich des E-Commerce (diese Firmen haben nur einen Bedarf von 15 Prozent am Gesamtpotenzial), sondern mit 72 Prozent überwiegend von Gründungen, die sich als Anbieter von Internet-Dienstleistungen betrachten. 13 Prozent des Potenzials entfällt auf Technik-Anbieter von Software und Infrastruktur.

Allerdings werden die Firmen die angestrebte Zahl von Neueinstellungen in diesem Jahr nicht realisieren können, denn zahlreiche Firmenpleiten, aber in erster Linie der vom Fachkräftemangel geprägte Arbeitsmarkt verhindert den geplanten Einkauf von Mitarbeitern. Durch frei werdende Mitarbeiter bei Firmenschließungen bleibt jedoch ein gewisses Level an Fachkräften am Markt vorhanden.

Wichtigste Quelle für die Startups, wenn sie Bedarf für zusätzliche Mitarbeiter haben, bleibt jedoch auf Grund des Mangels an Fachkräften am Arbeitsmarkt die Übernahme vormals freiberuflich für das Unternehmen Tätiger in eine Festanstellung. Bereits auf Platz zwei steht für die Unternehmen das gezielte Abwerben von Mitarbeitern anderer Internet-Firmen, wobei vorwiegend auf Industrie-Erfahrung und weniger auf Abschluss und Ausbildung geachtet wird. Den direkten Einstieg eines Mitarbeiters aus einem Industrie-Unternehmen in ein Internet-Startup betrachten die meisten der befragten Unternehmen dagegen als eher uninteressant. Der lokale Arbeitsmarkt besitzt bei der Beschaffung neuer Arbeitskräfte eine hohe Bedeutung. Startups siedeln sich gerne in der Nähe von Großstädten an, da dort der Zugang zu qualifiziertem Personal am einfachsten ist.

Selbst in einem errechneten "Worst-case"-Szenario unter den Annahmen, dass 20 Prozent der bestehenden Startups im Jahr 2001 scheitern, keine neuen Unternehmen entstehen würden und die überlebenden Firmen nur die Hälfte ihres erwarteten Wachstums erzielen, rechnen die Forscher immer noch mit einem Bedarf von 25.000 zusätzlichen Mitarbeitern im laufenden Jahr.

Schon vor zwei Wochen hatte Erwin Staudt, Chef von IBM Deutschland, beim "Halleschen Wirtschaftsgespräch" die Informationsbranche als "die Waffe" zum Abbau der Arbeitslosigkeit in Deutschland bezeichnet. Nach seinen Angaben könnten durch Investitionen in diese Wachstumsindustrie jährlich bundesweit bis zu 150.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Bereits Mitte 2001 würden 30 Millionen Menschen in Deutschland das Internet nutzen und so neue Dienstleistungen ermöglichen. (Andreas Grote) / (jk)