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Internet-Knoten: DE-CIX startet in Frankfurt weltweit größte Interconnection-Plattform

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Deutschlands größer Interconnection-Betreiber, DE-CIX, hat eine neue Plattform in Betrieb genommen: Mit Apollon betreibt das Unternehmen in Frankfurt nach eigenen Angaben den weltweit leistungsfähigsten Internet-Austauschknoten. Zugleich ist der DE-CIX erstmals für die Datenübertragung mit 100 Gigabit pro Sekunde ausgelegt. In der vergangenen Woche wurden die letzten der insgesamt rund 600 Kunden auf Apollon umgestellt. Zu Spitzenzeiten schlägt der Knoten bereits über 2,8 Terabit pro Sekunde um.

Bei der Migration auf die neue Interconnection Plattform unterscheidet der Betreiber drei Phasen: Im Mai 2013 wurde das neue optische Netzwerk in Betrieb genommen, im August starteten die vier Apollon-Supernodes den öffentlichen Betrieb. Und zuletzt erfolgte der Umzug aller Kundenanschlüsse. Die Migration sei eine enorme technische und organisatorische Herausforderung gewesen, erläutert Arnold Nipper, Technischer Leiter bei der DE-CIX Management GmbH. "Wir mussten die komplette Infrastruktur austauschen, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Das ist wie eine Operation am offenen Herzen. Wir freuen uns, dass wir diese Umstellung jetzt erfolgreich gemeistert haben."

Apollon besteht aus zehn Core-Routern 7950 XRS-20 von Alcatel-Lucent, von denen vier zusammen mit FSP-3000-Boxen von ADVA Optical als Supernodes im Zentrum eingerichtet sind (Core). An den übrigen sechs Routern sind die Kunden angeschlossen (Edges): Die Edges sind die Zugangspunkte für den Datenverkehr der Kunden aus über 60 Ländern, die ihre Daten in die Netze der jeweils anderen Betreiber übergeben. Die Core-Router 7950 XRS-20 haben bis zu 80 100-GE-Ports. Apollons erste zwei 100-GE-Ports nutzt der Webhosting-Anbieter Hetzner. Die Umstellung von 10- auf 100-GE-Ports erfolgte bereits im Oktober.

Zehn Brummer: Vier 7950er von Alcatel-Lucent sind zum Core zusammengefasst, die übrigen sechs bilden die Zugangspunkte für Provider und Netzbetreiber aus über 60 Ländern.

Apollons Gesamtkapazität, also 480 × 100GE, sei drei Mal so hoch ist wie die der ausgemusterten Infrastruktur; der neue Knoten lasse sich aber noch weiter ausbauen, führt DE-CIX aus. Die Interconnection Plattform ist auf insgesamt neun Rechenzentren verschiedener Betreiber im Frankfurter Stadtgebiet verteilt. Weitere neun Rechenzentren sind über direkte Glasfaserverbindungen erreichbar. Die aktiven Standorte sind über die FSP-3000er Boxen per Glasfasernetz verbunden. Diese Transportinfrastruktur habe eine Kapazität von insgesamt 12 Terabit pro Sekunde, heißt es vom DE-CIX.

Laut Unternehmensangaben wächst der Datenverkehr am DE-CIX in Frankfurt jedes Jahr um etwa 20 bis 30 Prozent. Vor allem das Streaming von Videos und Filmen, das zunehmend auch mobile Geräte nutzen, treibt das Datenvolumen in die Höhe. Zuvor hatte die Firma ihren ersten Austauschknoten in New York in Betrieb genommen. (dz)