Internet-Provider PSINet in Schwierigkeiten

PSINet, einer der größten Internet-Provider und Backbone-Betreiber, verbucht Milliarden-Verluste; die Zukunft des Unternehmens sieht düster aus.

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Von
  • Jürgen Kuri

Erst Anfang April warnte PSINet, einer der größten Internet-Provider, davor, dass man möglicherweise bald die laufenden Ausgaben nicht mehr decken könne. Nun legte das Unternehmen, das auch zu den wichtigen Backbone-Betreibern gehört, den verspätet veröffentlichten Geschäftsbericht vor. Anfang des Monats hatte man die Bekanntgabe der Geschäftszahlen wegen des "schnell wechselnden Geschäftsumfelds" verschoben – nun gab PSINet bekannt, die Firma habe im vierten Quartal einen Verlust von 3,2 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 291,1 Millionen US-Dollar gemacht. Für das Gesamtjahr 2000 betrug der Verlust 5,03 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 995,5 Millionen US-Dollar.

Dem Provider, der nach eigenen Angaben das "leistungsmäßig größte IP-Netzwerk der Welt" betreibt, geht langsam das Geld aus. Momentan hat PSINet noch 520 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln; die Schulden lagen zum 31. Dezember 2000 bei 3,7 Milliarden US-Dollar. Der Provider strebt seit Anfang April unter Berufung auf Chapter 11 des Federal Bankruptcy Code Gläubigerschutz an. PSINet selbst beurteilte die zukünftige Entwicklung des Unternehmens aber sehr skeptisch. Bislang hatten die Schwierigkeiten der Gesellschaft aber noch keine Auswirkungen auf die deutsche Dependance von PSINet. (jk)