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Internet Society bekommt Techie als neuen Chef

Andrew Sullivan will dafür kämpfen, dass das Internet sein "ursprüngliches Versprechen einlösen kann, das Leben rund um den Globus zu bereichern".

Internet Society bekommt Techie als CEO

(Bild: Pete Linforth )

Andrew Sullivan, ein ausgewiesener Techie mit Philosophieabschluss, wird neuer CEO und Präsident der Internet Society. Als ehemaliger Vorsitzender des Internet Architecture Board (IAB) und ehemaliger Chefarchitekt des Domainanbieters Dyn könnte er die traditionelle Verbindung zwischen den Internetentwicklern und der heute als Lobbyorganisation für ein offenes Internet agierenden Organisation wieder stärken.

Zugang zu den Netzen, mehr Internet-Exchange-Punkte, Sicherheit im Routing gehören zu den erklärten Zielen, für die die ISOC wirbt. Praktisch unabhängig und parallel zu den vielen nationalen Chaptern (in Deutschland die ISOC.DE e.V.) mischt sich die in Reston, Virginia und Genf ansässige Organisation aber auch ein, wenn mal wieder irgendwo das Netz gefiltert oder die Netzneutralität abgeschafft wird. Seit 2015 versucht man, durch ein InterCommunity-Treffen die vielen nationalen ISOC Gruppen wenigstens einmal im Jahr zusammenzubringen.

Der vom ISOC Board of Trustees in Panama bekannt gegebene neue CEO nannte in einer ersten Pressemitteilung seinen neuen Arbeitgeber den "wohl besten Platz", um dafür zu kämpfen, dass das Internet sein "ursprüngliches Versprechen einlösen kann, das Leben rund um den Globus zu bereichern". Anders als seine Vorgängerin, Kathy Brown, die ursprünglich von AT&T kam, ist Sullivan durch seine langjährige Mitarbeit in der Internet Engineering Task Force (IETF) und im IAB viel stärker in der Techie-Community verwurzelt.

Sullivan hatte allerdings schon in der Aufarbeitung der Mirai-Attacke auf die Server von Dyn im heise-Interview zum Ausdruck gebracht, dass die Technik allein die wachsenden Sicherheitsprobleme nicht in den Griff bekommen könne. Gleichzeitig warnte er vor den grassierenden Regulierungsschnellschüssen und empfahl stattdessen, über den klugen Einsatz ökonomischer Anreize nachzudenken. Als ISOC-Chef kann der Kanadier jetzt täglich am Brückenschlag zwischen der Welt der Techies und der Politik arbeiten. (Monika Ermert) / (bme)

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