Menü
Technology Review

Internet-Theoretiker fordert Transparenzfunktion für Smartphones

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 93 Beiträge

Der Harvard-Internet-Rechtler Jonathan Zittrain hat nach der Affäre um die Smartphone-Tracking-Software Carrier IQ die Mobilfunkindustrie aufgefordert, den Nutzern eine simple Lösung anzubieten, um den Datenverkehr ihrer Geräte selbst verfolgen zu können.

"Eine eingebaute Transparenz-Funktion wäre gut", sagt Zittrain, der das Berkman Center for Internet and Society mitgegründet hat, gegenüber Technology Review. "Sie kann von Apple und den Herstellern von Android-Geräten implementiert werden, zum Beispiel als Bestandteil des About-Menüs." Die Funktion könnte Nutzern dann zeigen, mit wem ihr Smartphone kommuniziert und welche Daten es herausschickt.

Carrier IQ war ins Zwielicht geraten, nachdem der IT-Sicherheitsexperte Trevor Eckhart kürzlich in seinem Blog beschrieben hatte, dass die Software unter anderem Ortsdaten, Zeicheneingaben und den Nutzungsverlauf speichern kann.

Es sei noch zu früh, um zu beurteilen, wie gefährlich das Programm tatsächlich sei, sagt Zittrain. "Es gibt offenbar widersprüchliche Angaben, was die Software wirklich macht." Solange dies unklar sei, seien Spekulationen wenig hilfreich. "Sonst könnte man auch sagen, dass jedes Programm, jeder Prozess auf einem PC potenziell die Festplatte löschen oder Bits überwachen könnte", beschwichtigt Zittrain.

Eine leicht zu handhabende Smartphone-Funktion, die in einem eigenen Fenster aufgerufen wird, könnte solche Kontroversen in Zukunft vermeiden helfen, betont Zittrain. "Warum sollten wir nicht wissen, was unsere Telefone machen?"

Weder Netzbetreiber noch Hersteller, darunter Apple, haben sich bislang geäußert, was sie von der von Zittrain vorgeschlagenen Transparenz-Funktion halten. AT&T wiederholte auf Anfrage lediglich seine schon zuvor abgegebene Erklärung, man setze die Software von Carrier IQ "nur zur Netzwerk-Wartung" ein.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)