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Internet-User wollen keinen Schnickschnack

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Das Internet hat für die meisten Anwender einen konkreten, alltagsrelevanten Gebrauchswert, hat eine Online-Studie von ARD/ZDF ergeben. Demnach wollen Internetnutzer vor allem E-Mails verschicken, Dateien herunterladen und nach Computer-, Software- und Reise-Informationen fahnden.

Während Nachrichten im Internet hoch im Kurs ständen, nähmen Onlinespiele, Sex- und Erotikangebote keine Spitzenplätze auf der Liste der beliebstesten Sites ein. Auch privat wollten sich Internetnutzer hauptsächlich informieren. Wer Zerstreuung suche, will nicht so aktiv werden, wie es das Internet erfordere, ergab die Untersuchung im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Fernsehen und Internet rückten daher voraussichtlich auch nicht so eng zusammen wie oft vorausgesagt. Für die Online-Studie 2000 befragte die Wiesbadener Marktforschungsfirma ENIGMA 1.005 Online-Nutzer über 14 Jahren in Deutschland.

Nach über einem Jahrzehnt zählt das Internet in Deutschland zum Alltag. In Deutschland nutzen mittlerweile rund 18,3 Millionen Erwachsene das Internet mehr oder weniger regelmäßig – das sind vier Mal so viele Menschen wie 1997. Insgesamt haben derzeit 28,6 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung ab 14 Jahren Zugang zum Netz.

Die meisten Internetnutzer seien formal gut ausgebildet und jung. Auch in Zukunft sei nicht von einer gleichmäßig verbreiteten Netznutzung in allen Bevölkerungsschichten auszugehen. Immer noch haben mehr Männer als Frauen sowohl beruflich wie auch privat Zugang zum Netz. Der typische User werde daher männlich, jung, studiert und berufstätig bleiben. "Von den Unter-30-Jährigen ist jeder Zweite inzwischen online, bei den Über-60-Jährigen nicht einmal jeder Zwanzigste", heißt es in der Studie. Mittelfristig dürfte sich der Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung in Deutschland bei 40 bis 45 Prozent einpendeln.

Nicht länger ist der Zugang zum Netz nur an den PC gekoppelt. 9 Prozent aller Internetnutzer setzen alternativ zum PC Handys ein. 8 Prozent besitzen ein Handy mit WAP-Funktionen. Jeweils 1 Prozent der Onliner könnten über ein internetfähiges Fernsehgerät, einen Organizer oder eine Spielkonsole auf das Netz zugreifen.

Im Jahr 2000 bewegten sich die Onliner häufiger und länger im Netz als in den Vorjahren. Gleichzeitig sei eine Nutzungsverschiebung in die Abendstunden zu beobachten. Diese gehe aber nicht zu Lasten der klassischen Medien, betonen die Autoren der Studie. Vielmehr profitierten die klassischen Medien Fernsehen und Radio und das Internet wechselseitig voneinander.

Sieben Homepages ruft der Anwender je Internetsitzung durchschnittlich auf. Männliche Nutzer kommen dabei mit rund 8 Seitenabrufen auf einen höheren Schnitt als Frauen. Pro Sitzung bleiben die Surfer rund 91 Minuten im Netz. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von acht Minuten. (mbb)