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Internet-Vordenker rufen zur Teilnahme an Umfrage zur Netzneutralität auf

Tim Berners-Lee, Larry Lessig und Barbara van Schewick forden in einem Brandbrief dazu auf, sich an der EU-Konsultation zur Netzneutralität zu beteiligen.

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WWW-Erfinder Tim Berners-Lee und Kollegen sprechen sich für Netzneutralität aus.

(Bild: dpa, Martial Trezzini)

"Es bleiben nur noch vier Tage Zeit, um das Internet in Europa zu retten." Mit diesem dramatischen Appell wollen Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, Larry Lessig, Harvard-Rechtsprofessor und Gründer der Copyright-Alternative Creative Commons, sowie Barbara van Schewick, Internet-Expertin der Stanford-Universität, in einem offenen Brief mehr Aufmerksamkeit auf die am Montag auslaufende Konsultation des Gremiums der europäischen Regulierungsbehörden (Gerek) zu den geplanten Leitlinien zur Netzneutralität ziehen.

Die von den Regulierern skizzierten Vorgaben, mit denen die umstrittene EU-Verordnung für ein offenes Internet mit Leben erfüllt werden soll, seien an sich zwar ein Schritt in die richtige Richtung, schreiben die Vordenker. Im Rahmen der Umfrage drohe der Entwurf aber verwässert zu werden, da Telekommunikationsfirmen dagegen gewaltig Druck machten und einen Investitionsstopp in 5G-Netze bei starken Auflagen zur Netzneutralität ankündigten. Die meisten Nutzer hätten noch nicht verstanden, was auf dem Spiel stehe, und dass sie über die Teilnahme an der Konsultation selbst auf das Ergebnis Einfluss nehmen könnten.

Wenn sich nicht mehr Netzbürger für ein offenes Internet stark machten, gäben die Regulierer dem Verlangen der Industrie nach "und wir werden die Netzneutralität letztlich in Europa doch verlieren", heißt es in dem Brief. Wichtig sei es, bestehende Schlupflöcher in der Verordnung dicht zu machen, also etwa kostenpflichtige Spezialdienste einzugrenzen sowie Diskriminierung von Internetverkehr und "Zero Rating" ausgewählter Mobilfunkangebote zu untersagen. (vbr)