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Internet ändert Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten

Das Internet hat in den vergangenen Jahren die Gesellschaft massiv verändert. Davon blieb die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten nicht verschont. Eine Konferenz in Rostock will sich mit den Konsequenzen beschäftigen.

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(Bild: dpa)

Mehr als 400 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland treffen sich an diesem Montag in Rostock zu ihrer 23. Bundeskonferenz. Zwei Tage soll es unter dem Motto "Gleichstellungspolitik 3.0" hauptsächlich um die Veränderungen ihrer Arbeit und die völlig neuen Herausforderungen gehen, die das Internetzeitalter mit sich bringt.

So verzeichnen die Gleichstellungsbeauftragten eine starke Zunahme beim sogenannten Cybermobbing. Bei einer EU-weiten Befragung unter 42.000 Frauen hätten 20 Prozent der 18- bis 29-jährigen angegeben, schon Opfer von Online-Belästigung geworden zu sein. Zur Tagung werden Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Landessozialministerin Birgit Hesse (beide SPD) erwartet.

Gleichstellungspolitik 3.0 bedeute aber auch, über neue Arbeitszeiten für Väter und Mütter nachzudenken. Es sei Zeit für geschlechtergerechte Arbeitszeiten für Frauen und Männer. Immer mehr Väter wollten weniger arbeiten, dafür aber mehr Zeit mit ihren Familien verbringen, hieß es. Nur wenige Arbeitgeber hätten bisher entsprechend reagiert und sähen immer noch lieber die Frauen in Eltern- und Teilzeit, hieß es. Damit stießen sie aber auch zunehmend bei Frauen auf Widerstand.

Gleichzeitig werde es um die angestammten Themen der Gleichstellungsbeauftragten gehen. So sollen die traditionell weiblichen Berufe aufgewertet werden. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum gerade die Berufe, in denen es um die Erziehung oder Pflege von Menschen geht, schlechter bewertet und bezahlt werden als beispielsweise technische Berufe. (anw)