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Telepolis

Internet ist für die Hälfte der Amerikaner primäre Nachrichtenquelle

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Nach einer repräsentativen Umfrage von Zogby International unter erwachsenen US-Bürgern sagen 64 Prozent, dass sie mit dem "traditionellen Journalismus" nicht mehr zufrieden sind. 67 Prozent äußern die Ansicht, dass dieser den Kontakt mit dem verloren habe, was sie von Nachrichten erwarten. Erwartet wird dennoch viel. 70 Prozent sind der Meinung, dass Journalismus für die "Lebensqualität" wichtig ist. For Zogby markiert diese eine "ernsthafte Krise des amerikanischen Journalismus". Besonders unzufrieden zeigten sich aber die Anhänger der Republikaner (79%), die politisch Unabhängigen (75%) und die sehr Konservativen (86%) mit dem traditionellen Journalismus, was wohl auch damit zu tun hat, dass die Medien ihnen zu liberal sind und nicht ihre Anschauungen transportieren.

Die Unzufriedenheit mit dem traditionellen Journalismus verstärkt offenbar auch die Abkehr von den traditionellen Nachrichtenmedien. Für 48 Prozent ist mittlerweile das Intrenet zum primären Nachrichtenmedium geworden. Im letzten Jahr hatten dies 40 Prozent gesagt. Besonders deutlich ist dieser Trend bei den 18- bis 29-Jährigen, von denen 55 Prozent ihre Nachrichten überwiegend aus dem Netz beziehen, bei den Senioren über 65 sind es hingegen "nur" 35 Prozent. Nur noch 29 Prozent geben das Fernsehen als primäre Nachrichtenquelle an, mit 10 Prozent rangieren die Zeitungen noch hinter dem Rundfunk. Die 18- bis 29-Jährigen lesen kaum noch Zeitungen, die gerade noch 7 Prozent als primäre Nachrichtenquelle angeben.

Mit 86 Prozent geben mehr Amerikaner Websites als Nachrichten- und Informationsquelle an als die traditionellen Medien: Fernsehen (77%), Radio (74%) und Zeitungen (70%). Blogs schneiden hier mit 38 Prozent aber nicht so gut ab, auch wenn 32 Prozent Websites als ihre vertrauenswürdigsten Nachrichten- und Informationsquellen nennen. Hier rangieren die Zeitungen (22%) immerhin noch knapp vor dem Fernsehen (21%), während das Radio (15%) weit abgeschlagen ist.

Als primäre Nachrichtenquelle werden Blogs nur von einem Prozent der Befragten genannt. Professionelle Journalisten betrachten 87 Prozent als weiterhin wichtig für die Zukunft des Journalismus, aber auf Bürgerjournalismus (77%) oder Blogs (59%) will niemand mehr verzichten. (fr)

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