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Internet of Things: Nokia übernimmt Start-up SpaceTime Insight

Der strauchelnde finnische Netzausrüster Nokia will seine IoT-Sparte stärken und kauf das kalifornische Start-up SpaceTime Insight. Damit will man vor allem Industriekunden Software und Dienstleistungen für den Betrieb von IoT-Devices anbieten.

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Nokia

(Bild: dpa, Mauri Ratilainen)

Der finnische Konzern Nokia baut seinen Unternehmensbereich für das Internet of Things (IoT) aus und kauft das US-amerikanische Start-up-Unternehmen SpaceTime Insight. Nokia will den Neuerwerb in seine Software-Sparte integrieren und damit sein Angebot an industriellen IoT-Anwendungen und -Diensten ausbauen. Das gab Nokia in einer Mitteilung bekannt, die SpaceTime auf seiner Website ebenfalls verlinkt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Das 2008 gegründete Softwareunternehmen SpaceTime Insight mit Sitz in Kalifornien ist spezialisiert auf Betrieb und Analyse industrieller IoT-Geräte. Die Anwendungen nutzen unter anderem maschinelles Lernen zur Echtzeit-Auswertung von Sensor- und Betriebsdaten und kommen vor allem in Branchen zum Einsatz, die viele IoT-Geräte einsetzen, etwa bei Energie- und Transportunternehmen. SpaceTime hat bereits einen weltweiten Kundenstamm mit großen Firmen wie dem Logistikkonzern FedEx oder dem US-Eisenbahnunternehmen Union Pacific Railroad.

Das vorausschauende Analysieren soll den Einsatz von Geräten optimieren und vor Störungen und Ausfällen warnen, bevor diese auftreten. Dieses als Predictive Maintenance bekannte Verfahren gilt als ein entscheidender Baustein der Industrie 4.0, stößt mitunter jedoch auch auf Skepsis.

Wie TechCrunch berichtet, wird der CEO von SpaceTime, Rob Schilling, bei Nokia die IoT-Abteilung leiten. IoT sei für Nokia ein zwar noch kleiner, aber strategisch wichtiger Geschäftsbereich, den die Firma ausbauen müsse, um mit der Konkurrenz mithalten zu können, zitiert das Magazin den Chef der Nokia-Softwaresparte Bhaskar Gorti. Da schließlich alle Geräte miteinander vernetzt werden müssten, betrachtet Nokia das Internet of Things als Marktsegment mit großem Wachstumspotenzial. Nokia wolle neben Software für die IoT-Geräte der Kunden auch ein eigenes IoT-Netzwerk aufbauen, das man Kunden als Service anbieten werde, sagte Gorti.

Nokia war einst der weltweit führende Handyhersteller, verkaufte die Sparte jedoch 2013 an Microsoft und konzentriert sich auf das Ausrüsten von Netzwerk-Carriern. Da kämpft das Unternehmen nach wie vor mit sinkenden Umsätzen und schreibt Verluste. Nokia versucht daher neue Geschäftsfelder zu erschließen und kaufte etwa 2016 das französische Unternehmen Withings für seine Gesundheitssparte, stieß den gesamten Bereich Nokia Health jedoch kürzlich wieder ab, da er offenbar nicht die gewünschte Rentabilität erzielte. (tiw)