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Internet-of-Things: Vodafone startet NB-IoT-Netzausbau

Der Netzanbieter will bis zum April 2018 dreizehn deutsche Städte mit der Mobilfunktechnik Narrow-Band-IoT versorgen. Darüber sollen dann Wasserzähler, Mülleimer und andere Anwendungen mit geringen Datenraten funken.

Mobilfunknetze

Eine Mobilfunkanlage von Vodafone D2 auf einem Hausdach in Düsseldorf. Im Netz kommt es öfter zu Verbindungsabbrüchen als im Vorjahr.

(Bild: dpa, Gambarini Federico)

Der Telekommunikationsbetreiber Vodafone hat die Ausbaupläne für sein Schmalband-Mobilfunknetz für das Internet der Dinge bekannt gegeben. Das Netz soll am heutigen Dienstag zunächst in Düsseldorf und im Januar in Berlin aktiviert werden. Bis April 2018 will Vodafone dann Essen, Karlsruhe, Nürnberg, Hamburg, München, Bremen, Frankfurt, Dortmund, Köln, Stuttgart und Bonn abdecken.

Vodafone nutzt im eigens getauften "Maschinennetz" die auch als NB-IoT bekannte LTE-Spezifikation NB1, die bereits bei anderen Mobilfunkanbietern im Einsatz ist. Sie wird entweder im freien Bereich zwischen Up- und Downlink eines LTE-Kanals (Guard-Band) oder in einer 200-kHz-Lücke im Frequenzbereich eines LTE-Trägers betrieben. Im Unterschied zu den meisten anderen LTE-Spezifikationen liegt der Fokus der Technik nicht auf hohen Übertragungsgeschwindigkeiten und geringen Paketlaufzeiten, sondern auf robusten Übertragungen bei niedriger Signalstärke sowie geringer Leistungsaufnahme. Da viele IoT-Anwendungen nur geringe Datenraten erfordern, erreicht NB1 maximal 250 Kilobit pro Sekunde (0,25 MBit/s); Internet per LTE-Mobilfunk geht bis mehrere 100 MBit/s hoch, teilweise wird sogar schon die Gigabit-Grenze geknackt.

Auf Anfrage von heise online erklärte Vodafone, dass man zunächst mit Großkunden und einigen Start-Up-Unternehmen Anwendungen für das Netz entwickle. Dazu zählen neben der Deutschen Bahn, DHL und Panasonic auch die Energieabrechnungsdienstleister Techem und Diehl Metering. Die Unternehmen wollen NB-IoT nutzen, um Zählerstände automatisiert zu übertragen. Das soll besonders bei Zählern, die an schwer zugänglichen Stellen verbaut sind, das Ablesen einsparen und den Aufwand für Versorger verringern.

Anders als beim IoT-Netzbetreiber Sigfox plant Vodafone aktuell nicht, das Maschinennetz für einzelne Entwickler oder gar private Bastler zu öffnen. Im Moment forsche man mit Partnern im sogenannten IoT Future Lab in Düsseldorf. Ins Netz dürfen dann nur von Vodafone zertifizierte Geräte. Dennoch sei man offen für Ideen aller Art. (amo)

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