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Internet per Funk statt Kabel

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Anfang Dezember verabschiedete die IEEE den Standard 802.16. Er definiert die Technik, um Funk anstelle von Kabeln als Übertragungsmedium in Metropolitan Area Networks (MAN) zwischen Provider und Kunde einzusetzen. Das Wireless MAN (WMAN) wird in verschiedenen, teils lizenzfreien, teils lizenzbelegten Funkbändern laufen und kann IPv4-, IPv6-, Ethernet- sowie ATM-Datagramme transportieren; bislang sind Datenraten zwischen 32 und 134 MBit/s definiert, die 802.16 je nach Kanalbreite (20 ... 28 MHz) zwischen 10 und 66 GHz erreichen soll.

WMAN ist sowohl auf mobile als auch stationäre Gegenstellen ausgerichtet, typische Kunden dürften kleine Büros und Heimanwender (SOHO) sein. Damit könnte eine weitere Konkurrenz zum vergrabenen Kabelnetz der Telekom entstehen, denn bislang sind solche richtfunkartigen Lösungen nicht standardisiert, sondern stets herstellereigen.

Bis allerdings entsprechende Hardware auf den Markt kommt und die ersten Provider einen Internet-Zugang per WMAN anbieten, werden wohl noch mindestens 12 bis 18 Monate verstreichen. Und sicher wird wie schon bei UMTS auch diese drahtlose Technik Elektrosmog-Kritiker auf den Plan rufen, selbst wenn bisher kaum Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung vorliegen. (ea)