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Internetkonsum von Kindern: Gauck warnt vor sozialer Spaltung

Im übermäßigen Internetkonsum und dem Erziehungsstil der Eltern sieht der Alt-Bundespräsident Gefahren für Kinder.

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Wie viel Technologie ist für Kinder gut?

(Bild: dpa, Boris Roessler)

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck hat vor einer gesellschaftlichen Spaltung gewarnt, die durch den zunehmenden Internetkonsum von Kindern hervorgerufen werden kann. "Wenn Du deine Kinder verdaddeln lässt, kannst du nachher nicht sonst was erwarten. Du musst etwas investieren", rief Gauck am Samstag beim Ökumenischen Stadtkirchentag in Rostock Eltern und Pädagogen zu. Er verwies auf Ideen beispielsweise der antiautoritären Erziehung. "Manche haben das so verstanden, dass man den lieben Kleinen alles durchgehen lassen muss. Ein schwerer pädagogischer Fehler, aber sehr beliebt in vielen Elternhäusern."

Der frühere Rostocker Pastor sieht dadurch auch eine Änderung in der Psychotherapie kommen: "Während früher die Leute auf der Couch der Therapeuten lagen, weil sie so streng erzogen und brutal behandelt wurden, werden sie später auf der Couch liegen, weil sie überhaupt nicht erzogen wurden."

Für Gauck gibt es bei der drohenden Spaltung zwei Gruppen: Diejenigen, die selbst Freude daran haben, sich einzumischen und als Bürger zu agieren, stünden im Gegensatz zu denen, die zwar "super konsumieren" können, ab nur manchmal und dann auch eher aus Versehen sich beteiligende Bürger seien.

Die große Frage für alle, die mit jungen Menschen arbeiten, sei, wie diejenigen erreicht werden können, die es eher nicht gewöhnt sind, politische oder religiöse Themen zu besprechen. Die Politik dürfe nicht den Fehler mancher Feuilletonisten machen, die nur noch für ihresgleichen schreiben und von anderen nicht verstanden werden. (dpa) / (bme)

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