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Internetpionier kritisiert Enfopol-Pläne

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ICANN-Direktor Vinton Cerf hat die EU mit Nachdruck davor gewarnt, die Direktive zum Datenschutz auszuhebeln. Die EU-Pläne zur Bekämpfung von Cybercrime in neu aufgetauchten Enfopol-Dokumenten stünden in direktem Widerspruch zur EU-Datenschutzrichtlinie, sagte Cerf , der maßgeblich an der Erarbeitung des TCP/IP-Standards beteiligt war, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Die von der EU geforderte, jahrelange Speicherung so genannter Verbindungsdaten stelle eine unzumutbare Belastung für die Provider dar. Auch nur einen geringen Prozentsatz der täglich anfallenden Daten lange Zeit zu speichern sei in der Praxis äußerst schwierig. Statt der Speicherung von Verbindungsdaten gebe es genügend andere Methoden, um "zu beobachten, was im Netz vor sich geht", erklärte Cerf. "Wenn jemand explizit anordnet, dass ich Informationen speichern soll, tue ich mein Bestes, um diese Informationen zu speichern". (wst)