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Investieren oder Sparen - Halbleiterfirmen in der Marktkrise

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Die Halbleiterhersteller reagieren auf die aktuell schlechte Marktsituation unterschiedlich: Manche investieren erst recht, andere kürzen ihre Budgets.

Die größte europäische Chipfirma STMicroelectronics baut die Standorte Agrate (bei Mailand) und Catania (Sizilien) weiter aus. In Agrate stellt ST Flash-Chips in 0,18-µm-Technik auf 200-mm-Wafern her, die 0,13-µm-Prozesse sind in Arbeit. Die Fab M5 in Catania wird ausgebaut und soll Ende dieses Jahres pro Woche 5.500 Wafer, hauptsächlich mit Flash-Chips, verarbeiten. Zusätzlich entsteht die Fab M6, die zwar zunächst auf 200-mm-Wafer setzt, jedoch bereits zur Aufrüstung auf 300-mm-Wafertechnik vorbereitet wird. In zwei Jahren soll die Produktion beginnen; 9.000 Wafer wöchentlich beträgt die Maximalkapazität. Im sizilianischen "Etna Valley", wie ST-Firmenchef die Region Catania in Anspielung auf das Silicon Valley nennt, sollen dann rund 5.500 Menschen für ST arbeiten.

Auch Fujitsu investiert kräftig in die Fertigung von Flash-Speicher. Fujitsu betreibt mit AMD gemeinsam Fujitsu AMD Semiconductor Limited (FASL) und will in diesen Wochen eine neue Flash-Fabrik in Betrieb nehmen.

Während die Nachfrage nach Flash-Chips im letzten Jahr geradezu explodierte, sind Standardchips auf den Spotmärkten zurzeit wegen voller Lager für wenig Geld zu haben. Die Flash-Hersteller hoffen jedoch auf Handys der kommenden Generationen, die wohl mindestens mit 32 MBit (4 MByte) Flash ausgestattet sein werden. Auch andere portable Geräte wie MP3-Spieler, Digitalkameras oder Internetterminals brauchen viel Flash-Speicher.

Der größte taiwanische Chiphersteller TSMC plant nach Agaben des US-Wirtschaftsdienstes Bloomberg unterdessen eine Kürzung der in diesem Jahr für Kapazitätserweiterungen vorgesehenen Mittel um etwa ein Fünftel. Wie angekündigt wolle TSMC Geld einsparen, allerdings sollen die Investitionen in die besonders kostengünstige 300-mm-Fertigung weiter fließen wie geplant. Auch die großen japanischen Chipfirmen Hitachi, NEC und Toshiba sollen ihre Investitionen in neue Fabriken deutlich kürzen. (ciw)