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Investor Icahn verklagt Motorola

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Der kriselnde US-Telekomausrüster Motorola kommt unter verschärften Druck des amerikanischen Milliardärs und aggressiven Investors Carl Icahn. Der mit einigen Prozent an Motorola beteiligte Icahn will gerichtlich die Herausgabe von Firmenunterlagen erzwingen. In einem am Montag veröffentlichten Schreiben an die Aktionäre dringt er zudem auf vier Sitze für seine Vertreter im Verwaltungsrat des Unternehmens.

Icahn kritisiert das Motorola-Management angesichts des schwachen Aktienkurses seit langem und forderte bereits mehrfach eine Aufspaltung des verlustreichen Konzerns. Mit den nun gerichtlich eingeklagten Unterlagen wolle er die Entscheidungen der Motorola-Spitze überprüfen, teilte Icahn mit. "In den vergangenen zwölf Monaten haben sich die Aussagen und Vorhersagen von Management und Verwaltungsrat zu oft als falsch herausgestellt." Icahn hatte zuvor bereits vergeblich versucht, Einfluss auf den Verwaltungsrat zu bekommen.

Die schwächelnde Handy-Sparte zog Motorola im vergangenen Jahr in die roten Zahlen. Der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Greg Brown kündigte radikale Einsparungen an. Einem Verkauf der Handy-Sparte erteilte er jedoch erst kürzlich eine Absage. Spekuliert wird noch über eine Bündelung eines Teils des Netzwerk-Geschäfts mit dem Konkurrenten Nortel.

Motorola ist als Handyhersteller mittlerweile auf den dritten Platz hinter Nokia und Samsung zurückgefallen und verliert weiter Marktanteile. Die Modellpalette gilt als nicht konkurrenzfähig genug. Neben dem Handy-Geschäft zählen zu Motorola zwei weitere profitable Sparten: zum einen TV-Settopboxen (wie zum Beispiel Decoder) und Mobilfunknetze, zum anderen Kommunikationstechnik für Firmen. (dpa) / (vbr)