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Investorensuche bei Qimonda läuft auf Hochtouren

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Zweieinhalb Wochen vor dem Ende der Überlebensfrist für den Halbleiterhersteller Qimonda läuft die Suche nach Investoren auf Hochdruck. Ansonsten droht das Aus für das Unternehmen mit allein rund 3000 Beschäftigten am Standort Dresden. "Mit Qimonda würde eine Grundlagenindustrie verschwinden, die von strategischer Bedeutung für Europa ist", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel.

"Wir müssen die Technologie in Dresden und damit in Europa halten, wenn wir in der globalisierten Wirtschaft langfristig gut aufgestellt sein wollen", betonte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er teile nicht zu Guttenbergs Meinung, dass es sich bei Qimonda nicht um ein systemrelevantes Unternehmen handele. "Wenn es der Zukunftsfähigkeit des Mikroelektronik-Standortes Sachsen und damit Europa hilft, dann darf auch eine zeitweise staatliche Beteiligung an Qimonda kein Tabu sein."

Die IG Metall trete für den Erhalt Qimondas und der Zukunftsfähigkeit Europas ein, betonte Bezirksleiter Höbel. Die Gewerkschaft plädiere unter anderem für ein Beteiligungsmodell auf europäischer Ebene und erweiterte Mitbestimmung der Arbeitnehmer. Nur bis Monatsende werde Insolvenzgeld gezahlt, sagte der Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffé, Sebastian Brunner, auf Anfrage. Dann müsse unter Vollkosten produziert werden. Pro Monat würden durch die Produktion Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursacht.

Qimonda hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Grund ist unter anderem der Preisverfall bei Speicherchips. Ein staatliches Rettungspaket, an dem sich auch der angeschlagene Mutterkonzern Infineon hatte beteiligen wollen, war zunächst gescheitert. Insgesamt arbeiten für Qimonda weltweit rund 12 000 Mitarbeiter, davon rund 4600 in Dresden und München.

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(dpa) / (jk)