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Iran: Messaging-Apps sollen Nutzerdaten ab 2017 im Iran speichern

Angeblich aus Datenschutzgründen will der Iran ab 2017 nur noch Messenger zulassen, die Daten über iranische Nutzer im Land speichern. Iraner befürchten, dass das Land stattdessen künftig noch leichter gegen kritische Stimmen vorgehen können will.

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Der Oberste Rat für den Cyberspace

(Bild: president.ir)

Der Iran hat ausländischen Anbietern von Messaging-Apps ein Jahr Zeit gegeben, um Daten über iranische Staatsbürger auf Server innerhalb der Islamischen Republik zu transferieren. Damit sollten Datenschutz- und Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden, teilte die iranische Regierung mit. Nur Dienste, die dem Folge leisten, könnten auch weiterhin in dem Land arbeiten, habe der Oberste Rat für den Cyberspace in neuen Regularien erläutert, die am Wochenende öffentlich gemacht wurden. Sie entsprächen dem Willen des Obersten Religionsführers Ali Chamene’i.

Obwohl der Iran einzelne soziale Netzwerke blockiert und andere scharf überwacht, nutzen viele Iraner technische Umwege, um auf Twitter, Facebook und anderen Medien zu posten. Die neue Maßnahme könnte nun vor allem für die Messaging-App Telegram zum Problem werden, mutmaßt die Nachrichtenagentur Reuters. Der Krypto-Messenger hat in den vergangenen Monaten im Iran enorm an Popularität gewonnen und dort schätzungsweise 20 Millionen Nutzer (bei einer Gesamtbevölkerung von rund 80 Millionen). Nutzer hätten etwa auf Twitter ihre Sorge davor ausgedrückt, dass die Pflicht zur inländischen Datenspeicherung genutzt werde, um unliebsame Einträge zu entfernen und Nutzer festzunehmen. (mho)