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Iran: Telegram-Verbot rückt näher – Regierungsstellen sollen Messenger verlassen

Nach Russland will nun auch der Iran den beliebten Messenger Telegram sperren lassen, um mehr Kontrolle über die Kommunikation der Bürger zu erlangen. Staatliche Stellen sollen die App nun verlassen und die ersten haben dem bereits Folge geleistet.

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Telegram

(Bild: dpa, Armin Weigel)

Nur wenige Tage nachdem Russland mit Versuchen begonnen hat, den beliebten Messenger Telegram zu blockieren, zieht nun offenbar der Iran nach. Die Führung des Landes – in dem die App mit Abstand der am weitesten verbreitete Messenger ist – hat angeordnet, dass keine öffentliche Institution mehr über einen ausländischen Dienst mit den Bürgern kommunizieren darf. Das meldet die Nachrichtenagentur AP. Telegram-Kanäle, die im Auftrag des obersten Staatsführers Ali Chāmeneʾi und des Vizepräsidenten Eshagh Dschahangiri betrieben wurden, seien bereits geschlossen worden. In der Ankündigung hieß es, dass der Schritt das endgültige Verbot vorbereite.

Uneinigkeit über Umgang mit telegram

Telegram ist der Führung der Islamischen Republik spätestens seit landesweiten Unruhen Anfang des Jahres ein Dorn im Auge, da die unter anderem über den Messenger organisiert worden sein sollen. Im März wurde dann Berichten zufolge "auf höchster politischer Ebene" entschieden, den Messenger sperren zu lassen und so den Wechsel auf eine lokale, besser zu kontrollierende App zu erzwingen. Das wird vor allem vom Klerus und den sogenannten Hardlinern eingefordert, Präsident Hassan Rouhani hat sich immer strikt gegen einen solchen Schritt ausgesprochen. Nach der russischen Blockade könnten sich nun jene durchsetzen, die die App loswerden wollen, auch wenn sie von Dutzenden Millionen Iranern für private und geschäftliche Kommunikation genutzt wird.

(mho)

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