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Iran plant wohl doch die Abkopplung vom Internet

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Die iranische Regierung will offenbar doch das Land von Internet abtrennen und ein nationales Netz einrichten. Entsprechende Absichten bekräftigte der iranische Telekommunikationsminister Reza Tagipour bei einer Rede an der Teheraner Amir-Kabir-Universität, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars News meldet. Das Internet werde von "ein oder zwei Ländern“ kontrolliert, die dem Iran feindlich gesonnen seien, zitiert die Agentur den Minister. Ein nationales Netz könne die westliche Dominanz durchbrechen und das Land vor Cyberattacken schützen.

Wie der britische Telegraph ausführt, äußerte Taghipour in seiner Rede den Plan, zunächst sämtliche iranischen Ministerien und Behörden vom Internet abzutrennen. Damit könnten wichtige Geheiminformation besser vor unbefugtem Zugriff gesichert werden. Die Abtrennung sei die erste Phase in der Schaffung des nationalen Netzes, für die insgesamt 18 Monate veranschlagt seien.

Bereits im vergangenen Jahr wurden erstmals Irans Pläne für ein "nationales Internet" bekannt, im April 2012 hieß es, das dieses bis August des Jahres eingerichtet sein solle. Die iranische Regierung ließ dies jedoch kurz darauf dementieren. Insgesamt steht der Iran für einen sehr rigiden Umgang mit dem Internet: Rund fünf Millionen Webseiten sollen in dem Land blockiert sein, verschlüsselte Verbindungen werden seit Februar systematisch gestört. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert immer wieder die Inhaftierung von Cyberaktivisten und führt das Land in seinem Bericht "Feinde des Internet" auf. (axk)