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Iranische Hacker sollen Dutzende deutsche Universitäten ausspioniert haben

In Deutschland sollen in den vergangenen Jahren 23 Universitäten Ziel erfolgreicher Hackerattacken aus dem Iran geworden sein. Den Angreifern ist es einem Bericht zufolge gelungen, unveröffentlichte Forschungsarbeiten an sich zu bringen.

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Iranische Hacker sollen Dutzende deutsche Universitäten ausspioniert haben

(Bild: plantic/Shutterstock.com)

Hacker aus dem Iran sollen bei Cyberattacken seit dem Jahr 2014 zahlreiche unveröffentlichte Dokumente von insgesamt 23 deutschen Universitäten gestohlen haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Demnach ist unter anderem die Universität Göttingen betroffen, wo 34 Universitätsmitarbeiter ausspioniert wurden. Der Generalbundesanwalt habe ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf "geheimdienstliche Agententätigkeit" eingeleitet, heißt es weiter. Die Angriffe wurden demnach zum Teheraner Mabna-Institut zurückverfolgt, das als Tarnfirma der Revolutionsgarden gelte, einer paramilitärischen Organisation des Regimes.

Dieses Institut war erst vor wenigen Wochen auch vom US-Justizministerium als Ausgangspunkt einer "massiven Cyber-Diebstahlskampagne" genannt worden, wegen der neun iranische Staatsbürger angeklagt wurden. Am 23. März hieß es, dass aus dem Institut seit mindestens 2013 Angriffe ausgeführt worden seien. Ziele waren demnach 144 US-Universitäten, 176 Universitäten außerhalb der USA – darunter auch deutsche – sowie 47 Unternehmen im In- und Ausland.

Insgesamt sollen die Beschuldigten bei den Angriffen im Auftrag der iranischen Führung 31 Terabyte Daten an sich gebracht haben. Diese Datensätze seien von den Revolutionsgarden benutzt oder im Iran verkauft worden. Gegen das Mabna-Institut wurden außerdem Sanktionen verhängt. Damit werden etwaige Vermögen in den USA eingefroren. US-Bürgern und Unternehmen ist es künftig verboten, mit den Betroffenen Geschäfte zu machen. Eine Anfrage von heise online, ob der nun Angriff auf deutsche Universitäten Teil jenes in den USA verfolgten Falls ist, hat die Generalbundesanwaltschaft noch nicht beantwortet.

Wie das Nachrichtenmagazin weiter schreibt, habe es im Rahmen der deutschen Ermittlungen auch eine Durchsuchung von Räumlichkeiten eines iranischen Staatsbürgers in Wuppertal gegeben. Der habe allerdings glaubhaft machen können, dass er mit den vorgeworfenen Hackerangriffen nichts zu tun hatte. Welche Universitäten außer der in Göttingen noch betroffen sind, ist derzeit noch nicht bekannt.

Sehen Sie zum Thema Verortung von Hackerangriffen auch die aktuelle Folge unserer #heiseshow:

(mho)

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