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Irdeto kauft Kopierschutz-Entwickler Denuvo

Irdeto hat den österreichischen Kopierschutz-Entwickler Denuvo übernommen. Der einstige Hoffnungsträger im Kampf gegen Software-Piraterie hat erst kürzlich wieder ein Rennen gegen die Cracker verloren.

Irdeto kauf Kopierschutz-Entwickler Denuvo

Der Kopierschutz Denuvo kommt in aktuellen Spielen wie Assassin's Creed: Origins zum Einsatz.

(Bild: Ubiosoft)

Denuvo, das österreichische Unternehmen hinter dem gleichnamigen Videospiele-Kopierschutz, gehört jetzt zu Irdeto. Das teilte Irdeto mit. Bekannt ist die niederländische Firma vor allem als Entwickler von Verschlüsselungssystemen für Pay-TV-Programme, aber auch iOT-Geräte sichert das Unternehmen ab. Durch die Übernahme von Denuvo sollen beide Unternehmen von der Kompetenz des jeweils anderen Teils profitieren, schreibt Irdeto.

"Die Partnerschaft zwischen Irdeto und Denuvo bringt jahrzehntelange Sicherheits-Expertise zusammen, um finanzielle Verluste für Spiele-Publisher zu verhindern und unerwünschtes Cheating in Spielen zu bekämpfen", heißt es in der Pressemitteilung. Denuvo galt bis 2016 als sicherstes Kopierschutzsystem für Videospiele. Teile der Cracker-Szene, die Kopierschutzsysteme umgeht und Spiele zum illegal kostenlosen Download anbietet, wollten schon das Handtuch werfen.

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Die Kräfteverhältnisse verschoben sich im Anschluss allerdings zugunsten der Cracker. Die ersten Wochen nach Verkaufsstart sind aus finanzieller Sicht die wichtigsten für Entwickler und Publisher. Ihr Interesse ist es, die Zeit bis zum Erscheinen eines Cracks so weit wie möglich hinauszuzögern. Dauerte es vor ein bis zwei Jahren noch mehrere Monate, bis Denuvo umgangen war, schrumpfte dieser Zeitraum zuletzt immer weiter.

Außerdem steht die auf zahlreichen Abfragen basierende Anti-Tamper-Software Denuvo unter Verdacht, die Performance von geschützten Videospielen zu verschlechtern. Denuvo ist an sich kein reiner Kopierschutz, sondern sichert die Schutzmechanismen von Spiele-Plattformen wie Steam, Origin oder uPlay ab. Dies geschieht über zufällige Prüfabfragen, die Denuvo im Programmcode eines Spiels implementiert. Diese Abfragen wurden zuletzt in ihrer Häufigkeit stark erhöht, was ich auf die Leistungsfähigkeit eines Systems auswirken könnte. Die Entwickler von Spielen stritten diese Vorwürfe ab.

Laut Pressemittelung zählt Denuvo insgesamt 45 Mitarbeiter, die in Österreich, Polen, Tschechien und den USA sitzen. Alle Angestellten werden weiterhin bei Denuvo arbeiten. Zu den Kosten der Übernahme gibt es keine Informationen. (dahe)

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