Iris-Erkennung verliert mit der Zeit an Zuverlässigkeit

Ein US-Forscherteam hat nachgewiesen, dass sich die Iris mit den Jahren so stark verändert, dass die Fehlerrate des biometrischen Verfahrens ansteigen kann.

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Von
  • Ben Schwan

Bislang ging die Sicherheits-Community stets davon aus, dass sich die Iris im Laufe des Lebens nicht verändert und es beim biometrischen Verfahren der Iris-Erkennung keinen sogenannten Vorlagen-Alterungseffekt gibt. Wenn man also einmal ein Irisbild als Vorlage abgegeben hatte, sollte die Erkennung auch nach vielen Jahren zuverlässig sein. Der US-Computerwissenschaftler Kevin Bowyer hat nun zusammen mit seinem Team gezeigt, dass diese Erkenntnis nicht stimmt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

"Zwei Bilder derselben Iris, die im Abstand von einem Jahr aufgenommen wurden, produzieren mehr Erkennungsfehler als zwei, die nur einen Monat auseinanderliegen", erläuterte Bowyer. Die Fehlerrate steige mit den Jahren weiter an, nach zwei Jahren werde eine Iris noch häufiger nicht auf Anhieb erkannt. "Anfangs stören die sporadischen Fehler noch nicht so sehr, weil ein zweiter Scan zumeist funktioniert. Mit der Zeit ist es aber nervig, weil die Scans immer öfter wiederholt werden müssen."

Die Gerätehersteller hätten ihm anfangs nicht geglaubt, dass es einen solchen Alterungseffekt gibt, sagte Bowyer. "Deshalb hat sich das auch niemand näher angeschaut. Außerdem fehlten den Forschergruppen lange Zeit genügend Bilder, die über mehrere Jahre aufgenommen wurden." Der Effekt sei außerdem so klein, dass es eine längere Zeit dauere, bis er wirklich sichtbar werde.

Die Lösung für das Problem ist relativ simpel: Man muss über die Jahre regelmäßig neue Iris-Vorlagen erstellen. Allerdings fehlt es bislang an entsprechenden Routinen bei Nutzern des biometrischen Verfahrens. Alternativ könnte man auch die gebräuchlichen Algorithmen überarbeiten. "Mittlerweile haben mehrere Organisationen eine Kopie unseres Datenmaterials angefordert, damit sie es für ihre eigene Forschung einsetzen können", sagte Bowyer.

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(bsc)