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Irrungen, Wirrungen rund um Sony BMGs Kopierschutz-Rootkit

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Die Kritik an Sony BMGs Rootkit-Kopierschutz-Eskapade verstummt noch immer nicht, obwohl der Musikgigant zumindest die Windows-Version XCP nun nicht mehr einsetzen will. Weitere Entdeckungen rund um den Kopierschutz gießen Öl ins Feuer. Erste Berichte, Sony verletze mit der XCP-Software die Lizenzbestimmungen des MP3-Encoders Lame, der unter der Open-Source-Lizenz LGPL veröffentlicht wurde, ließen sich bislang aber nicht bestätigen.

Inzwischen wurde der XCP-Kopierschutz auf mehr als 47 unterschiedlichen CDs gesichtet – auch Tochterunternehmen von Sony BMG haben das Rootkit im Einsatz. Auch dass inzwischen mehr als drei Millionen CDs mit XCP-Rootkit verkauft wurden, erhitzt die Gemüter und verleitet diese zu Spekulationen, wie weitverbreitet das Sony-Rootkit wohl ist. Sony BMG hat aber nicht nur ein Kopierschutz-Eisen im Feuer, sondern lässt auch andere Unternehmen an Inhaltsmanagement-Programmen arbeiten. So findet sich auf einigen CDs die Schutzsoftware MediaMax von SunnComm, die auch auf Macs läuft und dort ein Rootkit zu installieren versucht. Unter Windows wird sie ohne Rückfragen installiert – auch bei Ablehnung der EULA – und bringt keinen Uninstaller mit. Auch MediaMax telefoniert nach Hause und kontaktiert die Server von SunnComm.

Edward Felten, Professor für Informatik an der Princeton-Universität, hat zusammen mit anderen Forschern derweil Sicherheitslücken im ActiveX-basierten Uninstaller für den XCD-Kopierschutz von Sony gefunden. Sie raten daher vor dem Einsatz der Deinstallations-Software ab, da sich das (unsichere) installierte ActiveX-Control wohl von fremden Seiten aus starten lässt. Sicherer ist die Entfernung der Software mit den Werkzeugen, die die Antiviren-Hersteller anbieten, beispielsweise mit dem rkprf-Tool von Sophos.

Zu Sony BMGs XCP-Kopierschutz siehe auch: (dmk)