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Israelische Mondlandung gescheitert

Der erste private Versuch, eine Sonde auf den Mond zu bringen, ist mit einer Bruchlandung gescheitert. Die Betreiber dürfen dennoch stolz sein.

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Die SpaceIL-Gründer Kfir Damari, Yonatan Winetraub, und Yariv Bash (v.l.n.r.) mit ihrer Mondsonde Beresheet (etwa "Am Anfang") im Dezember 2018.

(Bild: Yoav Weiss/SpaceIL)

Der israelische Mond-Rover Beresheet ist Donnerstagabend unkontrolliert auf dem Mond aufgeschlagen. Damit ist der erste private Versuch, eine Sonde auf die Mondoberfläche zu bringen, gescheitert. Viel dürfte nicht gefehlt haben: Der Kontakt zu Beresheet ist erst etwa 150 Meter über der Mondoberfläche verloren gegangen.

Davor war während des Landeanflugs der Antrieb ausgefallen. Er konnte zwar wieder in Gang gesetzt werden, doch dann versagte die Funkverbindung. Die Stimmung im israelischen Kontrollzentrum war eine Mischung aus Stolz und Enttäuschung. Die gemeinnützige Organisation SpaceIL, Betreiber der Beresheet-Mission, darf zu recht stolz ein: Sie hat das Ziel der ersten privat finanzierten Raumsonde auf dem Mond fast erreicht.

Außerdem ist sie die erste private Einrichtung, die einen Mondorbit geschafft hat. Das konnten sich bisher nur die Sowjetunion, die USA, die Volksrepublik China, Japan und Indien auf die Fahnen heften. Und nur die drei Erstgenannten haben Gegenstände kontrolliert auf die Mondoberfläche gebracht. Zudem hatte SpaceIL mit etwa 100 Millionen US-Dollar ein vergleichsweise winziges Budget.

SpaceIL ist die Gründung dreier junger Wissenschaftler. Sie wollten ursprünglich den mit 20 Millionen US-Dollar dotierten Wettbewerb Google Lunar X gewinnen. 2007 hatte Google 20 Millionen Dollar für die Mondlandung einer Sonde ausgelobt, wenn ein darin befördertes Fahrzeug mindestens 500 Meter auf der Mondoberfläche zurücklegt.

Nach zwei Verlängerungen wurde der von Google angestoßene Wettlauf zum Mond zum 31. März 2018 beendet. Die Israelis machten dennoch weiter. Die Google X Prize Stiftung hat nach der Bruchlandung angekündigt, die Leistungen SpaceILs mit immerhin einer Million US-Dollar zu belohnen. (ds)