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Ixtelserv seit Tagen vom Netz

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Der Frankfurter Internet-Service-Provider und TK-Dienstleister Ixtelserv AG (ehemals Intelserv AG) steht offenbar kurz vor dem Aus. In den vergangenen Tagen mehrten sich die Anzeichen, dass die Firma große finanzielle Schwierigkeiten hat. "Wegen eines Blitzeinschlags", so beteuerte die Ixtelserv-Kundenhotline stets, funktionieren seit dem 19. Juni weder die Dial-In-Services noch die Web-Dienste. Das ist jedoch allenfalls ein kleiner Teil der Wahrheit.

Die Insolvenz-Abteilung des Amtsgerichts Frankfurt am Main schließt jedenfalls Schlimmeres nicht aus. Es läge zwar noch kein Insolvenzantrag vor, berichtete eine zuständige Mitarbeiterin heute freimütig, aber Ixtelserv habe "bereits vorgefühlt". Die Frankfurter Firma selbst war trotz mehrfacher Anfrage bis zum heutigen Mittag zu keiner Stellungnahme bereit.

Auf Anfrage von heise online bestätigte mittlerweile der Infrastruktur-Lieferant von Ixtelserv, die Webdesign Internet Service, dass er seinem Kunden am 19. Juni die Leitungen gekappt hat, weil "Schulden im sechsstelligen Bereich" aufgelaufen seien. Alle Verhandlungen zur Fortführung der Zusammenarbeit seien im Vorfeld gescheitert. Deshalb werde man Ixtelserv nicht wieder anschließen. Es sei unverständlich, dass Ixtelserv seine Kunden nicht informiert habe, "obwohl wir unseren Schritt bereits am 6. Juni angekündigt hatten", erklärte ein Mitarbeiter von Webdesign Internet Services.

Bei solcherlei Geschäftsgebahren sind wie so oft die Kunden die Dummen. Viele Ixtelserv-Vertragspartner warten verzweifelt darauf, Zugang zum E-Mail-Account zu bekommen. Außerdem hostet Ixtelserv eine Lösung für so genannte Internet-By-Call-Prepaid-Karten. Großkunden wie etwa der Otto-Versand oder Barcleycard sind Kunden dieses Services. Otto bietet einem ausgewählten Kundenkreis kostenlos eine Ixtelserv-Karte an, mit der die Käufer ausschließlich auf der Otto-Homepage kostenlos surfen können. Nach eigenen Angaben hat Webdesign Internet Service diesen Dienst jetzt bis auf Weiteres übernommen. (hob)