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JR10: Fußballstar James Rodriguez bekommt eigene Kryptowährung

Was fehlt noch in der Kryptogeld-Welt? Natürlich ein Coin, der sich mit dem Namen eines Fußballstars schmückt. Bayern-München-Spieler James Rodriguez startet nun diesen "supercoolen Versuch".

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JR10: Fußballstar James Rodriguez bekommt eigene Kryptowährung

Fußballer James Rodriguez (li.) freut sich offenbar über sein Kryptogeld, das ihm die chinesische Plattform Selfsell erstellt.

Die große Masse an Kryptowährungen ist um eine neue Kuriosität reicher geworden: Der aktuell für Bayern München spielende Fußball-Star James Rodriguez lässt sein persönliches Kryptogeld-Token namens JR10 herausgeben. Dahinter steht die chinesische Firma Selfsell, die Personen eine Art individuellen Kryptogeldbörsengang anbieten will. Rodriguez bezeichnete das in einer Werbebotschaft als "supercoolen Versuch".

50 Millionen JR10-Token in nur 12 Sekunden wurden laut der Pressemitteilung von Selfsell bereits bei einem Vorverkauf vor wenigen Tagen abgesetzt – die Zahl der Investoren und die eingenommene Summe wurde allerdings offengelassen. Ab dem 12. Juni soll der JR10 dann über eine für Android und iOS angebotene App der Selfsell-Plattform verkauft werden. Acht Prozent der Tokens – die Geldmenge liegt bei 160 Millionen – würden dabei zunächst gratis an Fans verteilt. Der Rest soll dann offenbar gehandelt werden, wobei unklar ist, ob es auch Handelsmöglichkeiten außerhalb der App gibt.

Erzeugt wird das Ganze möglicherweise als Token auf Basis der Blockchain des von Selfsell betriebenen Selfcoin. Abgesehen von dem mit Details sparsamen Whitepaper ist bislang wenig über diese Kryptowährung bekannt. Vom Anbieter unabhängige Handelsplätze oder Wallets scheint es nicht zu geben.

Insbesondere zielt Selfsell mit seinem Krypto-Börsengang für jedermann wohl auf Stars und Sternchen, die damit ihre persönliche Markenführung in die Hand nehmen können. Was man dann mit JR10 anfangen können soll, bleibt abzuwarten. Der Pressemitteilung nach solle es den Fans durch "Umtausch von Eintrittskarten, Souvenirs und exklusiven Merchandisingartikeln oder der Teilnahme an Fanclub-Aktivitäten" zugute kommen. Zudem spricht Anbieter Selfsell davon, dass Fans so auch vom "wachsenden Wert" des kolumbianischen Fußballstars profitieren können – vermutlich sofern nicht Kreuzbandriss oder ähnliches dazwischen kommen.

Rodriguez erklärte in einer per Facebook verbreiteten Videobotschaft: "Ich bin die ganze Zeit auf dem Feld gelaufen, und jetzt bin ich auf einem anderen Feld angekommen und stelle mich sozusagen mit einem neuen Ich vor." Details über den Deal zwischen Selfsell und Rodriguez gab es nicht. Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Capital sagte ein Mitarbeiter von Selfsell, dass man verschiedene Stars aus unterschiedlichen Branchen angefragt hätte. James Rodriguez habe als einziger zugesagt; das Geschäft sei über seine Berater ausgehandelt worden. Der Fußballer werde wohl auch eine kleine Summe an JR10-Tokens halten, vor allem aber habe er ein fixes Honorar von Selfsell erhalten.

Bislang gab es schon mehrere Fälle von Promis, die ihr Gesicht für verschiedenste Initial Coin Offerings hingehalten haben – das Spektrum reicht von It-Girl Paris Hilton bis zum Boxer Floyd Mayweather. Manche wie der Actionfilm-Veteran Steven Seagal setzen dabei aufs falsche Pferd: Die Macher des von ihm beworbenen "Bitcoiin" (sic!) ließen das Projekt nach Verkauf der Währungseinheiten einfach im Stich. Zuvor waren Aufsichtsbehörden mehrerer US-Bundesstaaten gegen dieses Initial Coin Offering vorgegangen. (axk)