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Jacob Appelbaum verlässt Tor nach Missbrauchsvorwürfen

In einem Blogbeitrag hat das Tor-Projekt bestätigt, dass Jacob Appelbaum nicht mehr bei dem Projekt arbeitet und dass ihm gegenüber Vorwürfe sexueller Nötigung vorliegen.

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Jacob Appelbaum bei einem Vortrag auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg 2013

(Bild: Wikipedia / Tobias Klenze / CC-BY-SA 3.0 - Eigenes Werk)

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Das Tor-Projekt hat bestätigt, dass Internet-Aktivist Jacob Appelbaum seine Arbeit für das Anonymisierungs-Netzwerk aufgrund von Vorwürfen sexueller Nötigung am 25. Mai beendet hat. In einem an diesem Samstag veröffentlichten Blog-Posting erklärte Tor-Geschäftsführerin Shari Steele, in den vergangenen Tagen habe es entsprechende Beschuldigungen von mehreren Personen gegeben. Diese Vorwürfe seien nicht komplett neu gewesen und stünden in einer Reihe von Gerüchten, die es schon länger gegeben habe. Die aktuellen Vorwürfe seien aber schwerwiegender und konkreter ausgefallen als bisher. Steele betonte, dass man nicht wisse, "was da genau passiert" sei und dass man nicht alle Fakten kenne. Nach ausgiebigen Gesprächen habe Appelbaum aber seine Aufgaben bei Tor niedergelegt.

Das Tor-Projekt hat eigenen Angaben zufolge eine Kanzlei eingeschaltet, die auf Arbeitsrecht und Themen wie sexueller Nötigung spezialisiert sei. Man wolle der Beratung der Kanzlei folgen und habe deshalb auch interne Nachforschungen zu den Anschuldigungen begonnen. Die Ergebnisse dieser Nachforschungen sollen aber zum Schutz der mutmaßlichen Opfer nicht öffentlich gemacht werden, heißt es in dem Blog.

Auf der kürzlich veröffentlichten Webseite jacobappelbaum.net berichten mehrere mutmaßliche Missbrauchsopfer anonym über ihre Vorwürfe. Ob die Personen Strafanzeige erstattet haben, ist nicht bekannt.

Der US-amerikanische Aktivist und Software-Entwickler Jacob Appelbaum war einer der prominentesten Mitarbeiter von Tor und ist hierzulande vor allem bekannt durch seine frühere Mitarbeit bei WikiLeaks, seinen regelmäßigen Auftritten auf dem Chaos Communication Congress und seinen Berichten während des NSA-Skandals unter anderem im Nachrichtenmagazin Der Spiegel. (acb)