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Jahresend-Replay: Die Aufreger des Jahres

Bei Ethereum, Betrug, Wannacry – und natürlich ein paar redaktionellen Kommentaren (1elf!!) – ging es unter den Meldungen heiß her: Das waren die Meldungen des Jahres mit den lebhaftesten Debatten im Forum.

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Jahresend-Replay: Die Aufreger des Jahres

Unser samstäglicher Rückblick auf die Meldungen der Woche fällt diesmal etwas anders aus: Zwischen den Jahren ist es meist ruhiger als sonst und der traditionelle Chaos Communication Congress dürfte die Statistik ohnehin verzerren. Nachdem die meistgelesenen Meldungen 2017 bereits zu ihrem Recht gekommen sind, werfen wir also an dieser Stelle lieber einen Blick auf die Aufreger des Jahres: die Meldungen mit den lebhaftesten Debatten im Forum, gemessen an Seitenabrufen.

Es gibt ein paar Überschneidungen mit den Top Ten, aber auch Überraschungen: So war die Anleitung zum Mining von Ethereum als Nebenjob nicht nur die meistgelesene Meldung des Jahres, sondern auch die am heftigsten diskutierte: Mit über 1000 Beiträgen und mehr als einer Million Seitenabrufen im Forum. Dabei ist das nicht bei allen Foristen gut angekommen: “Gemeinschädlicher Schwachsinn” und ”himmelschreiender dummer Quatsch” sind nur zwei Beispiele dafür, dass sich die Leser sehr kritisch mit Kryptowährungen (und mit dem Artikel) auseinandersetzen.

Wer ja sagt, soll zahlen: Eine neue Betrugsmasche macht Anfang des Jahres die Runde. Am Telefon versuchen unbekannte Anrufer, dem Opfer ein “Ja” zu entlocken. Beim Telefonbetrug mit "Hören Sie mich?" soll so ein mündlicher Vertrag legitimiert werden. Ein Leser berichtet, bei ihm sollte auch das Auflegen 125 Euro kosten, Rechnung komme per Post. Im Forum: “nur” 800 Beiträge, aber 875.000 Seitenabrufe.

Apple will ja immer gern beflügeln und inspirieren, innovativ sein. Mit seinen iPhones hat der US-Konzern das zuletzt nicht mehr so richtig hinbekommen: solide Geräte, aber ohne den “Ahhhh”-Effekt, den sie in Cupertino so lieben. Mit dem iPhone X mit fast randlosem OLED und FaceID (und Animojis!), das im September vorgestellt wurde, meldet sich Apple mit "Ahhhh"-Anspruch zurück. Das ist auch den Lesern von heise online ein paar Zeilen wert: mehr als 1500 Beiträge und über 800.000 Seitenabrufe im Forum.

Quelle: Apple

And now for something completely different: Tim Gerber macht seinem Ärger darüber Luft, dass er für seine Töchter teure Taschenrechner kaufen soll, die technisch nicht auf der Höhe der Zeit sind (aber immerhin schon mit Farbdisplay, toll!). “Zerschlagt das Taschenrechner-Kartell”, fordert der Kollege – dafür gibt es über 1600 Beiträge und mehr als 780.000 Seitenabrufe. Unter den Lesern finden sich ganz viele, denen jene Rechner seit der eigenen Schulzeit vertraut sind – und es haben sich auch Leute gemeldet, die mal "eine Lanze für den TI 84" brechen wollen.

Die fragmentierte Open-Source-Landschaft hat unser Kernel-Logger Thorsten Leemhuis als Ursache dafür ausgemacht, dass das offene Betriebssystem noch nicht aus seiner Nische herausgekommen ist. “Linux scheitert an Egozentrik”, warnt er in seinem Kommentar und fordert mehr Zusammenarbeit von der Open-Source-Community. Das gibt Aufruhr in der Szene: über 3100 Beträge im Forum mit mehr als 710.000 Seitenabrufen.

Im Sommer dreht der Kryptotrojaner Petya noch einmal eine Runde und legt Behörden und Unternehmen lahm, entpuppt sich dann aber als etwas anderes und wird fürderhin NotPetya genannt. Der Trojaner nutzt ähnliche Angriffsvektoren wie zuvor WannaCry (siehe auch #9). Im Forum – über 1200 Beiträge und 680.000 Seitenabrufe - ist man sicher: Mit Linux wär' das nicht passiert.

Firefox Quantum (Betaversion) (7 Bilder)

In einem frisch geöffneten Tab empfiehlt Firefox Quantum einige Artikel, die bei Pocket populär sind.

Und noch ein Comeback: Mozillas Browser wirkte zuletzt wie ein schwerfälliger Dinosaurier und nicht wie ein flinker Fuchs. Mit dem "Größten Update aller Zeiten" auf Firefox Quantum wird der gute alte Feuerfuchs wieder konkurrenzfähig, meint Mozilla. Die heise-Foristen sind noch nicht überzeugt: Das zeigen die fast 1800 Beiträge und 675.000 Seitenabrufe. (Gibt’s übrigens auch für Linux!)

Schnüff! Der kleine Tux muss aus dem Münchner Rathaus ausziehen.

(Bild: dpa, Peter Kneffel)

Apropos Linux: Die Münchner Stadtverwaltung stellt ihre IT wieder auf Microsofts Office-Produkte um, nachdem in der bayerischen Hauptstadt jahrelang mit dem Open-Source-System LiMux gearbeitet wurde. Von Linux zurück zu Microsoft: Schwarz-Rot in München will LiMux rauswerfen – soll noch mal jemand behaupten, eine große (sic!) Koalition bedeute Stillstand. Im Forum: mehr als 1800 Beiträge bei fast 670.000 Seitenabrufen.

An einem ansonsten unspektakulären Wochenende im Mai hat sich der Kryptotrojaner WannaCry auf Europatour begeben. Die Schadsoftware verbreitete sich über eine Lücke im Windows-Protokoll SMB und landete so unter anderem auf Anzeigesystemen der Deutschen Bahn und auf Parkautomaten. Die Wochenendbesatzung hat während der ersten Tage aktualisiert, was wir bisher über die Ransomware-Attacke wissen. Das Forum fiebert mit: über 1100 Beiträge, fast 650.000 Seitenabrufe.

Eine Überschrift wie “Unsicheres Log-in-Feld: Webseiten-Betreiber beschwert sich bei Firefox über Warnung” dürfte der eine oder andere Leser geflissentlich überlesen haben. Den Cracks, die heise Security abonnieren, ist das komödiantische Potenzial dieser Meldung über einen Super-Admin, der nicht verschlüsseln muss, natürlich nicht entgangen: über 1000 Beiträge und 645.000 Seitenabrufe im Forum. (vbr)

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