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Jamba will ins Geschäft mit Musik-Downloads

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Der Klingelton-Händler Jamba will im ersten Quartal 2006 ein eigenes Portal für Musik-Downloads starten. Dies kündigte Firmenchef Markus Berger-de León gegenüber dem Berliner Tagesspiegel an. "Wir entwickeln Jamba mehr und mehr zu einem digitalen Entertainment-Portal", sagte der neue Geschäftsführer des Berliner Unternehmens, der den Chefposten erst vor wenigen Tagen nach dem überraschenden Ausstieg der Samwer-Brüder innehat. Die Firmengründer hatten Jamba im Mai 2004 an das US-Unternehmen VeriSign verkauft. Zu den aktuellen Plänen der Jamba-Gründer äußerte sich Berger-de León gegenüber dem Tagesspiegel indes nicht.

In diesem Jahr hatten die Berliner mit Jamba! SIM eine eigene Mobilfunkmarke im E-Plus-Netz gestartet. Seit Anfang Oktober betreibt die Firma mit Jamba-TV einen Shopping-Kanal für Handyspiele, Klingeltöne und Musik, der über Satellit ausgestrahlt wird. Berger-de León räumte ein, dass die Zahl der Zuschauer noch klein sei – "aber die Anzahl der Bestellungen stimmt – und darauf kommt es an", ergänzte der Firmenchef, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Als sehr erfolgreich habe sich das Geschäft mit der Figur "Crazy Frog" erwiesen, mit der Jamba völlig neue Zielgruppen für mobile Inhalte erschlossen habe. In der Londoner City hätten sich fast alle Banker den Klingelton auf ihr Handy geladen. Experten rechnen mit einem weiter starken Wachstum im Geschäft mit mobiler Musik. Derzeit sind es vor allem Klingeltöne: "Dass Jamba in den Markt für Musik-Downloads einsteigt, macht Sinn", sagte Frank Mackenroth von der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC) laut dem Bericht: "Handys haben immer mehr Speicherkapazität und entwickeln sich zu multimedialen Alleskönnern." PwC erwartet, dass 2005 in Deutschland für Mobilmusik 240 Millionen Euro ausgegeben werden, 2009 sollen es bereits 720 Millionen Euro sein. (ssu)