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Japan: Günstige Rakete mit künstlicher Intelligenz gestartet

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Japan hat am vergangenen Samstag erfolgreich eine neuartige Trägerrakete gestartet und dabei einen großen Schritt in der Raumfahrtgeschichte getätigt. "Epsilon" ist mit einer Länge von 24,4 Metern, einem Durchmesser von 2,6 Metern und einem Gewicht von 91 Tonnen leichter und außerdem kostengünstiger als vorherige Raketentypen, teilte die Weltraumbehörde JAXA mit. Ausgestattet mit künstlicher Intelligenz kann sich "Epsilon" darüber hinaus selbst überprüfen. Die Zeit zwischen Montage und dem Start der Rakete sei dadurch von sechs Wochen auf eine Woche reduziert worden.

Der Start vom Weltraumbahnhof Uchinoura

(Bild: JAXA)

Beim Start seien zwei simple Laptops zum Einsatz gekommen, weswegen auch deutlich wenig Mitarbeiter notwendig waren, als bisher. "Einer würde im Prinzip reichen", sagte Projektleiter Yasuhiro Morita dem Handelsblatt, "aber sicherheitshalber haben wir zwei als Back-up dabei." Damit sei ein Raketenstart nun so einfach wie das Bedienen eines Computers, so die Weltraumbehörde. Künftig könnten dadurch öfter kleine Satelliten ins All transportiert werden. Zur Premiere beförderte Epsilon das Weltraumteleskop "Sprint-A" (Spectroscopic Planet Observatory for Recognition of Interaction of Atmosphere), das aus dem Erdorbit heraus die Atmosphäre von Venus und Mars aber auch Jupiter untersuchen soll.

Darstellung von SPRINT-A

(Bild: JAXA)

Eigentlich war der erste Flug von "Epsilon" bereits für Ende August geplant, aber im letzten Moment hatte ein Computer eine falsche Positionierung angezeigt und deshalb wurde er nur 19 Sekunden vor Beginn automatisch abgebrochen. Später sollte sich jedoch herausstellen, dass die Position gestimmt hatte.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete die den gelungenen Start als Ausweis der "hohen Zuverlässigkeit von Japans Weltraum-Technologie". "Epsilon" ist der erste neuartige Raketentyp Japans seit 12 Jahren und Branchenbeobachter halten es für möglich, dass damit künftig auch weltweit neue Maßstäbe in Bezug auf Raketen gesetzt werden. (mho)