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Japan: Roboter helfen beim Aufräumen unter Wasser

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Eine Gruppe von Robotikexperten aus den USA ist mit vier Unterwasserrobotern in der Gegend um Sendai und Minamisanriku eingetroffen, um bei Aufräumarbeiten zu helfen und Erfahrungen für die Weiterentwicklung von Rettungsrobotern zu sammeln. Der fünftägige Einsatz erfolgt auf Einladung des japanischen International Rescue System Institute im Rahmen des Programms Roboticists without Borders.

Die ferngesteuerten Roboter sollen Schäden an Infrastruktur wie Brücken, Anlegern oder Pipelines erkennen und einschätzen. Auch Leichen können mit den Helfern gefunden und geborgen werden: Der Unterwasser-Roboter SARbot etwa ist mit einem Greifer ausgestattet, mit dem üblicherweise Ertrinkende an die Oberfläche gezogen werden sollen. Jetzt wollen die Wissenschaftler aber vor allem die guten Lokalisierungseigenschaften der Maschine nutzen.

Wie Teamleiterin Robin Murphy in ihrem Blog schreibt, hat am ersten Tag ein koordinierter Einsatz stattgefunden, bei dem ein Seamor-Roboter mit seinem abbildenden Sonar nach auffallenden Objekten suchte. Aufgabe des SARbot war es dann, die genaue Position dieser Objekte zu bestimmen. Auch deren Tiefe kann der Roboter genau genug bestimmen, um die Gefährdung für Schiffe einschätzen zu können.

Der SARbot im Wasser vor Minamisanriku.

(Bild: Karen Dreger, CRASAR/NSF)

Der erst vor wenigen Monaten der Öffentlichkeit vorgestellte SARbot ist mit einem 150 Meter langen Kabel ausgestattet, das Zugkräfte bis 700 Kilogramm aushält. In weniger als drei Minuten kann er von zwei Personen in Betrieb genommen werden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von drei Knoten. Die vorrangige Aufgabe des Roboters ist die Rettung von Menschenleben. Insbesondere in kaltem Wasser könnten Ertrinkende unter Umständen noch nach 90 Minuten erfolgreich reanimiert werden, schreibt die Firma Seabotix in ihrer Produktbeschreibung.

Die von Seamor angebotenen Roboter sind in erster Linie für Inspektionsaufgaben gedacht und können durch ihren modularen Aufbau auf spezifische Einsätze zugeschnitten werden. Außerdem haben die Wissenschaftler noch einen LBV300-5 von Seabotix sowie einen etwa fußballgroßen AC-ROV 100 der Firma Ac-cess mit nach Japan gebracht. Letzterer kann in weniger als drei Minuten von einer Person ins Wasser gebracht und einhändig bedient werden. (Hans-Arthur Marsiske) / (vbr)

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